Aufnahme: 2004
Eltern- und Bürgerversammlung diskutierte L 331
Arbeitskreis will an Behörden appelieren
Forderungskatalog erstellt - Straße verschmälern? - RP und LVR entscheiden mit
Unter diesen Überschriften berichtete der Bonner General-Anzeiger
Ittenbach. „Was ist geplant? Was können wir tun?“ – diese Fragestellung stand im Vordergrund des Elternabends zum Thema „Schulwegsicherung“ in Ittenbach. Bereits sichtbares, konkretes Ergebnis dieses rege besuchten Abends: Es gründete sich ein Arbeitskreis, der sich ausschließlich mit dem Verkehrs-Problem befassen und seine Lösung vorantreiben will. Die Verkehrssicherheit auf der L 331 in Ittenbach - Schulpflegschaft und Förderverein der Katholischen Grundschule hatten alle interessierten Bürger eingeladen, dieses Thema gemeinsam von allen Seiten zu beleuchten und vor allem auch mit den zuständigen Ratsmitgliedern darüber zu diskutieren.
Das Problem brennt den Ittenbachern schon lange unter den Nägeln, denn die derzeitige Verkehrslage bringt nach Ansicht der Bürger hohe Gefahren mit sich: Immer wieder stellen sie fest, daß Autofahrer, die von der Margarethenhöhe kommen, durch den Ortskern „rasen“ und sich in keinster Weise um die Geschwindigkeitsmarke „50“ kümmern. Dies erschwert vor allem älteren Leuten und Kindern das Überqueren der Straße. Jüngst beklagte man hier ein Todesopfer, was Befürchtungen und Sorge der Bürger noch verstärkte.
Die Parteien im Rat sind sich über den gefahrvollen Zustand im Klaren und wollen ihr möglichstes tun, um dem abzuhelfen - dies ging aus den Äußerungen der Parteivertreter hervor, die sich am Mittwoch in der Grundschule zur Diskussion mit den Bürgern einfanden. Für die CDU kam Königswinters dritter Bürgermeister Herbert Krämer, die FDP-Fraktion vertrat Ilse Kehren, für die SPD sprach Franz-Joachim Thür, die Grünen hatten Christof Welters entsandt. Bürgermeister Krämer unterstrich, daß verändernde Maßnahmen nicht allein in den Händen des Rates lägen: „Wir von der Stadt sind nicht die Letztentscheidenden“. Zur Errichtung einer Dauerrot-Ampelanlage bedürfe es der Zustimmung des Regierungspräsidenten in Köln und zu baulichen Maßnahmen auf der L 331 müsse erst der Landschaftsverband Rheinland sein „Jawort“ geben.
Der RP bewilligt erst dann einen Ampelbau oder die Einrichtung von „Dauerrot“, wenn bestimmte Richtlinien erfüllt sind. Es müssen unter anderem pro Stunde 220 Fußgänger die Straße überqueren, damit ein „Ampel-Antrag“ anerkannt wird. Der Rat habe an den RP eine Resolution gesandt mit der Bitte, von seinen Richtlinien abzusehen, so Krämer. Als die Absage kam, habe es den Rat „sehr geschmerzt, die Bürgeranträge nicht bearbeiten zu können". Besagter Antrag kam im April vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Ittenbach. Er forderte eine zusätzliche Ampel am Stöckerhof/Hardtweg und den Umbau der zwei vorhandenen Fußgängerbedarfsampeln in geschaltete, sogenannte „Dauerrotampeln“. Daraufhin nahm sich der Planungsauschuß im August dieser Frage an. Er erwog, die Straße zu verschmälern und an der Einmündung zum Busbahnhof eine Verkehrsinsel zu errichten. Die Verwaltung wurde daraufhin gebeten, ein Konzept zu erarbeiten und den Landschaftsverband zu kontaktieren.
Von Landesbaudirektor Helmut Nikolaus sei eine Verschmälerung der Straße positiv beurteilt worden, meinte Ilse Kehren. „Die Straße muß enger werden" so auch Franz-Joachim Thür (SPD). Eine derartige optische Veränderung könne dem „Rasen" seinen Reiz nehmen. Solche Maßnahmen sind jedoch langfristiger Art. Die Versammlung, mit Diskussionsleiter und Fördervereinsvorsitzendem Dr. Hermann Scharnhoop, einigte sich darauf, daß Sofortmaßnahmen und mittelfristige Lösungen zunächst vordringlich seien. Die Bürger - sie füllten zahlenmäßig eine gesamte Schulklasse - stellten folgenden Forderungskatalog zusammen, der vom Arbeitskreis den verschiedenen Behörden vorgelegt werden soll: Errichtung einer Fußgängerbedarfsampel an der Einmündung zum Busbahnhof, Verlegung der Ampel Kantering in Richtung Marienplatz, Installation einer Ampelanlage an der Einmündung Hardtweg (um die Geschwindigkeit der Auto herunterzuschrauben), Beschilderung und Fahrbahnmarkierung, Zebrastreifen und Aufstellen von Schildern, die auf Kinder hinweisen. Der Arbeitskreis, er umfaßt etwa 20 Personen, faßt auch direkte „Aktionen" ins Auge. Das weitere Vorgehen soll in baldigen Beratungen diskutiert werden.
Bildunterschrift: Besorgte Gesichter unter den Ittenbacher Bürgern. Man sammelte Ideen und Vorschläge, wie die L 331 sicherer werden könnte.
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