Aufnahme: 1997

Schulleiter Heinrich Hillen geht in den Ruhestand

Parkbank und Marzipantorte versüßten den Abschied

Unter diesen Überschriften berichtete der General-Anzeiger:

Ganz Ittenbach sagt „Lebe wohl“. Mit einem großen Fest verabschiedete die Ittenbacher Grundschule ihren Schulleiter Heinrich Hillen, der nach 20 Jahren auf dem Chefsessel in den Ruhestand geht.
Bei strahlendem Sonnenschein bereiteten Ortsvereine, Vertreter der Stadt, Schulgremien und vor allem die Schüler ihrem langjährigen Schulleiter Heinrich Hillen einen rührenden Abschied. Ob der Sonnentanz der 1. und 2. Klassen, das selbstverfaßte Gedicht von Laura Hanusch oder die Cello-Darbietung von Jakob Löwe: Die Pänz hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um ihrem ebenso geliebten wie geachteten Schulleiter einen standesgemäßen Abschied zu bieten. „Heinrich Hillen gebührt unser aller Dank und Anerkennung“, lobte Bürgermeister Herbert Krämer den scheidenden Schulleiter. „Mit seiner Geradlinigkeit, seiner Vielseitigkeit und seiner Liebe zu unserer Heimat ist Hillen stets ein hervorragender Anwalt für unsere Kinder gewesen“, so Krämer weiter. Er habe nie Fächer, sondern Kinder unterrichtet.
Von der Einführung der betreuenden Grundschule und der Pädagogischen Arbeitskreise über seinen Einsatz für eine neue Schulhofgestaltung und die Schulwegsicherung bis hin zur Hilfsaktion für Polen - in den 20 Jahren als Schulleiter hat der heute 62jährige unzählige Veränderungen miterlebt und mitgeprägt. Dabei hatte Hillen zunächst einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Der Schuhmacherlehre war 1957 die Meisterprüfung gefolgt, ehe er sich für die Ausbildung zum Volksschullehrer entschloß. Von 1963 bis 1969 lehrte er an der Grundschule in Stieldorf und übernahm später den Posten des Konrektors in Oberdollendorf, bevor er am 14. November 1977 Schulleiter in Ittenbach wurde.
„Heinrichs Haus“ stand auf der riesigen Marzipantorte, mit der sich Monika Hardt für den Förderverein bei ihrem“ Schulleiter bedankte. Der Erlös aus dem Verkauf der süBen Überraschung, so Hillen später, soll der brasilianischen Partnergemeinde Pilaro Arcado zugute kommen. Noch größer war das Geschenk, das Peter Jungbluth vom Verschönerungsverein Ittenbach dem passionierten Wanderer im Namen aller Ortsvereine überreichte: Eine mit einer persönlichen Widmung versehene Parkbank, damit Heinrich Hillen seinen Ruhestand so richtig genießen könne. Mit der Übergabe der Pensionierungs-Urkunde hatte Lothar Vreden die Aufgabe übernommen, seinen Kollegen offiziell in den Ruhestand zu verabschieden.
Nach einem buntgestalteten Programm, ergriff der Geehrte selbst das Wort. In seiner Rede unterstrich Hillen immer wieder die persönliche Beziehung, die er zu Ittenbach habe. „Angesichts des imponierenden Abschieds, den mir der ganze Ort gewidmet hat, trete ich doch mit Freude meine dritte Lebensphase an“, so Hillen. Nun wolle er sich dem Wandern und dem Werken widmen. Doch so ganz will er seine pädagogische Ader nicht veröden lassen. So wolle er weiterhin die Studienfahrten für die VHS Siebengebirge planen und betreuen. Besonders froh sei er über die Realisierung des lange ersehnten Anbaus. Jetzt hoffe er nur noch, daß sich auch sein Traum erfüllt: die Errichtung einer Schulaula.

Quelle
Bonner General-Anzeiger vom 30.06.1997
Zur Verfügung gestellt von
Annette Hirzel zum Text der Schulchronik
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