Aufnahme: 1972
Alois Bollig 25 Jahre Lehrer in Ittenbach
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
In Ittenbach kennt man ihn nur unter dem Namen „De Bollisch", Alois Bollig, der am vergangenen Samstag sein silbernes Ortsjubiläum als Lehrer in Ittenbach feiern konnte. Knapp 26 Jahre ist Alois Bollig Lehrer, davon allein genau 25 Jahre in Ittenbach.
Vor 56 Jahren wurde Alois Bollig in Bad Godesberg geboren. Mit Erfolg bestand er sein Abitur am Aloisius-Kolleg in Bad Godesberg. Da er seinen Wunsch, Lehrer zu werden, nicht sofort wegen der damaligen schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse in die Tat umsetzten konnte, begann er eine Kaufmannslehre. Dann machte er sechseinhalb Jahre den Krieg und die Gefangenschaft mit. Seine erste Lehrstelle bekleidete Alois Bollig in Bad Honnef. Schon kurze Zeit nachdem er in Bad Honnef tätig war, hörte er, daß in Ittenbach eine Lehrerstelle frei sei. Er meldete sich und wurde angenommen. Nach Ittenbach zu gelangen war für Alois Bollig leichter als von Bad Godesberg nach Bad Honnef.
In der Schule wurde Alois Bollig für sein „Vierteljahrhundert" geehrt. Die Feierstunde wurde eröffnet mit einer Gavotte von Händel, gespielt von der Flötengruppe der Schule unter der Leitung von Rektorin Anneliese Köster. Frl. Köster würdigte in ihrer Laudatio das Wirken von Alois Bollig für Ittenbach und seine Schule.
Die beiden jüngsten Schülerinnen und Schüler schenkten dem Jubilar im Namen der Kinder 25 rote Rosen. Frl. Rektorin Köster überreichte Alois Bollig im Namen der Lehrerschaft Schallplatten mit Werken von Mozart. Jede Klasse überraschte Alois Bollig durch die Darbietung von Gedichten oder Spielen.
Die Glückwünsche der Stadt Königswinter überbrachte Bürgermeister Günter Hank, der auch das kulturelle Wirken von Bollig in Ittenbach würdigte. So hat Bollig den Schulchor ins Leben gerufen und leitet ihn heute noch, in den 50er Jahren gründete er auch eine Laienspielgruppe, die viele Jahre in Ittenbach nette Theaterstücke aufführte, heute aber leider nicht mehr besteht. Bollig hat nach den Worten von Bürgermeister Hank auch die Altenfeste mit aus der Taufe gehoben und ist noch heute Geschäftsführer des örtlichen Verkehrsvereins. Im Namen der Stadt überreichte Hank dem Jubilar ein Blumenangebinde und eine Flasche „Rheingeist“.
Pfarrer Hambüchen sprach den Dank der Pfarrgemeinde aus und wünschte, daß Bollig noch viele Jahre den Kindern nicht nur Wissen, sondern auch die Religion vermittelt. Als Geschenk hatte der Pfarrherr eine Figurengruppe mitgebracht.
Als Vertreter der Schulpflegschaft sprach Karl-Heinz Görres die Glückwünsche aus und meinte, daß im Leben eines Menschen 25 Jahre viel bedeuten, aber wenig in der heutigen Zeit, wo es nur um Millionen und Milliarden gehe. Als Kommandant der Blau-Weißen Funken freue er sich ganz besonders darüber, daß Lehrer Bollig in der Schule auch den Dialekt als Lehrfach pflegt. Als Geschenk der Schulpflegschaft hatte Görres ein Relief „Der Sturm auf dem Meere" in Kreuzform eines Kölner Künstlers mitgebracht.
An der Feierstunde nahmen auch Beigeordneter Lichtenberg und einige Ratsmitglieder teil.
Mit einem gemeinsamen Lied schloß die gemeinsame Feierstunde, für Alois Bollig, der z.Zt. das 3. Schuljahr unterrichtet und sich besonders für die musische Erziehung der Kinder einsetzt.
Bildunterschrift: Die kleinsten Kinder überreichten Lehrer Bollig 25 rote Rosen.
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