Geschichte der Löwenburg - Teil 2 -

Aufnahme: 2004

Geschichte der Löwenburg - Teil 2 -

Warum die Löwenburg entstand

Der Bereich der Bischöfe von Köln grenzte an den der Gaugrafen des Auelgaues. Der Berg, auf dem die Löwenburg gebaut wurde, gehörte zum Auelgau. Die Grafen Sayn hatten den Auelgau geerbt und diese waren die Vorfahren der Löwenberger. Die Gaugrafen hatten oftmals Streitigkeiten mit den Bischöfen von Köln und sicherten ihren Bereich durch die Löwenburg.
Man kann davon ausgehen, dass bereits um das Jahr 1000 eine Befestigung an der Stelle der Löwenburg stand. Zusammen mit der Burg Blankenberg bildete sie die Grenzbefestigung gegenüber Rolandseck, dem Drachenfels und
der Wolkenburg. Den Resten entsprechend muss die Löwenburg eine verhältnismäßig recht umfängliche Anlage gewesen sein. Man erkennt auch heute noch die damaligen Zweckbestimmungen, wie das Pförtnerhaus, die Ringgräben, die Vorburg, die Burgräume, den massiven Turm und die Zisterne.
Der Turm bildete bei der Eroberung der Burg die letzte Zuflucht. Weil der Turm aber meist unbenutzt war, wurde hier ein Verließ zur Bestrafung von Gefangenen und Übeltätern geschaffen.

Die Errichtung einer Burg und das Leben darin

Bis das Schießpulver und die Kanonen erfunden wurden, war eine Burg ein recht sicherer Aufenthalt. Es war natürlich nicht einfach, auf einer Bergspitze eine Burg zu errichten. Die schweren Natursteine und die sonstigen Baumaterialien mussten einen unwegsamen Pfad hoch geschleppt werden. Die Burg auf einem Berg hatte den großen Nachteil, dass kein Wasser zur Verfügung stand. Man sammelte deshalb das Regenwasser von den Dächern in einer Zisterne. Sauber und ganz gesund war das Wasser im Vergleich zu dem heutigen nicht!
Auch die Wohnverhältnisse entsprachen bei weitem nicht den heutigen. Zumal auf einem Berg sorgte Kälte, Schnee und Wind oder Sturm für einen unangenehmen Wohnaufenthalt. Die Fenster waren zwar klein aber nicht dicht. Als Heizung hatte man einen offenen Kamin. Unter diesen Umständen haben die Burgbewohner oftmals gefroren. Wer keine ausserordentlich robuste Gesundheit hatte, wurde krank und nicht alt. Natürlich gab es keinen elektrischen Strom und daher weder Radio noch Fernseher. Als Beleuchtung diente Kerzenlicht. Ab und zu kamen fahrende Sänger zur Burg und erzählten oder sangen Geschichten aus fernen Ländern.
Um die Geschichten interessanter zu machen, wurde einiges dazu gedichtet und bestimmt auch noch gelogen. Aber für die Burgbewohner waren die Erzählungen von tapferen Helden das, was man heute als „Krimi“ kennt. Und das gefiel den Rittersleuten. Die Frauen hatten lieber sogenannte Minne-Lieder. Diese hatten die Ritterlichkeit und Liebe der Ritter zu ihren Frauen zum Gegenstand. Diese Art des Gesanges hatte sich von den Troubadouren aus Süd-Frankreich übertragen.
Die folgende Geschichte ist uns überkommen: Der tapferste der Paladine (Gefährten) Karls des Grossen, der Roland hieß, verliebte sich in Hildegunde, der Tochter des Burggrafen vom Drachenfels. Roland verlobte sich mit Hildegunde und zog in den Krieg. Rolands Ruhmestaten erfüllten Hildegunde mit Stolz und Freude. Umso grösser war der Schmerz, als ihr berichtet wurde, dass Roland in der Schlacht bei Ronceval in Frankreich gefallen sei. Daraufhin ging Hildegunde in das Kloster Nonnenwerth. Doch der totgeglaubte Roland kehrte zurück und baute auf dem Berg gegenüber des Klosters eine Burg. Von dieser Burg besteht heute noch der „Rolandsbogen“. (Der Paladin Karls des Grossen ist niemals auf dem Rodderberg gewesen!)

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Zur Verfügung gestellt von
Manfred Wilhelmy
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Burgruine Löwenburg Siebengebirge
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