Aufnahme: 1988

Neue Ruhebank: "Rötsch mer jet"

Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:

gst. "Rötsch mer jet". So heißt eine neue Bank, die auf einer Wiese mit herrlichem Aussichtspunkt ins Siebengebirge in der Nähe der Löwenburg aufgestellt wurde. Mit dieser Bank hat es etwas Besonderes auf sich. Vor mehr als 60 Jahren stiftete der Kölner Karnevalist Willi Ostermann eine Bank, auf der er oft bei seinen Besuchen im Siebengebirge saß und auf der ihm viele gute Lieder einfielen, so auch eines seiner 101 Hits "Rötsch mer jet, Annelies, rötsch mer jet, du siehs doch, ich han doch keen Plaatz em Bett." Doch von dieser Bank standen bis vor kurzem nur noch kümmerliche Reste. Zudem war der Weg dorthin total verwachsen. Das ließ den Chef der "Sproch- on Spelljrupp" des Kreises der Heimatfreunde, Dr. Elmar Heinen, ein eifriger Verfechter der rheinischen Mundart, nicht ruhen. Zusammen mit seiner Frau, der Regisseurin der Gruppe, Hildegard Heinen, entschloss er sich mit Einverständnis der gesamten Truppe namens der Spieler und Spielerinnen eine neue Bank in Auftrag zu geben. Bezahlt wurde diese von Walter Leven gezimmerte und mit Rudi Leven aufgestellte Bank vom Honorar, das die Gruppe für die Aufzeichnung des "Gruße Los" vom Westdeutschen Rundfunk erhielt. Und so war es denn auch kein Wunder, dass bei einer Feierstunde diese Bank dem unvergessenen Willi Ostermann gewidmet wurde und wiederum den Namen eines seiner bekanntesten Lieder erhielt, eben "Rötsch mer jet". Das Niederdollendorfer Bläserquartett unter Willi Weck eröffnete die fröhliche Stunde mit "Rheinlandmädel" und "Rheinische Lieder, schöne Frau'n". Der Chor "Möchtijall" eröffnete den Reigen der szenischen Darbietungen mit dem Ostermann`schen Werk "Wie kütt die Mösch". Und dann schwebten vom Himmel auf Urlaub zur Erde hinab Willi Ostermann in der Gestalt von Alex Blesgen mit seiner Frau Kättchen (Barbara Leven). Der Beifall der etwa 100 Zuschauer war nicht endenwollend bei den Darstellungen von „Schrumm, ald widder en Fleech kapott", "Eß mer op en Kenddäuf enjelade" und "Su schön wie augenblecklich". Alle Mitglieder der "Sproch- on Spelljrupp" trugen Kostüme um die Zeit der Jahrhundertwende, als Willi Ostermann auf dem Höhepunkt seines Schaffens war. Dr. Elmar Heinen schilderte humorvoll in rheinischer Mundart die Entstehungsgeschichte der Bank und alle sangen mit "Da wo die Sieben Berge" und "Einmal am Rhein", begleitet vom Möchtijallenchor und vom Bläserquartett.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 28 vom 14.05.1988
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller (Scan)
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