Gasthof und Hotel zum Stern in Königswinter
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Aufnahme: 1951

Gasthof und Hotel zum Stern in Königswinter

Die Bauweise in Königswinter im Wandel der Zeit

Unter dieser Überschrift verfasste Heinrich Leven 1951 in den Heimatblättern des Siegkreises (S. 44ff.) einen Bericht über die Baugeschichte in Königswinter.

60 Häuser seien am 23. Mai 1689 verbrannt, "als die Franzosen den Flecken Königswinter neben vielen anderen Dörfern eingeäschert haben", bis auf wenige Ausnahmen - z.B. "die Pfarrkirche, einzelnen vor der Stadt gelegenen Häusern, der alte Teil des Jesuitenhofes, Hauptstraße 13, und das Weinhaus Bellinghausen, Hauptstraße 18 (erbaut 1680)" - sind fast alle Häuser damals vernichtet worden.

"Wie das mittelalterliche Königswinter ausgesehen hat, wissen wir nicht. Es ist anzunehmen, daß die Häuser wohl fast alle ähnlich schöne Holzbauten gewesen sind, wie wir sie in nächster Umgebung in Oberdollendorf, Unkel, Erpel usw. heute noch sehen. Für diese Häuser lieferten die Wälder des Siebengebirges das Holz in reichlichen Mengen... Bis zu dieser Zeit war eine ausgesprochen heitere Bauweise üblich.

Die Stadtmauer mit ihren vier Toren, die Königswinter umgab, war nach den Fundamentresten aus Basalt vom Unkelstein ... ,vermischt mit Trachytabfall und Schiefergestein, errichtet. ...

Von den Architekturteilen der Stadtmauer mit ihren Toren ist uns leider nichts erhalten geblieben; sie bestanden wohl gewiß... aus Drachenfelstrachyt...

Nach dem Unglücksjahr 1689, nachdem fast alles in Schutt und Asche lag, sind wohl zunächst viele behelfsmäßige Wohnungen entstanden. Aber bald begann man mit dem Wiederaufbau der Stadt. Der umfangreiche Weinbau, das um diese Zeit rasch aufblühende Steinmetzgewerbe sowie die Schiffahrt brachten Geld nach Königswinter, das beweisen die in dieser Zeit entstandenen Steinhäuser...

An alten Fachwerkbauten aus dieser Zeit besitzt Königswinter das Gasthaus Tubak, Hauptstraße 81 (erbaut 1693), das Wohnhaus ... Hauptstraße 105 (erbaut (1748)... Es sind aber nicht mehr die mittelalterlichen Holzhäuser..."

1729, so ist dem Bericht von Heinrich Leven zu entnehmen, entstand das Hotel zum Stern, Hauptstraße 98.

"Würde man alle Werksteine an Königswinterer Häusern einmal von der überdeckenden Farbe befreien, so sähe man allenthalben, daß hier Jahrhunderte lang Steinmetzen gelebt und geschafft haben...

Wer ein schönes Bild von Alt-Königswinter haben will, stelle sich auf den Bürgersteig vor dem Restaurant Reinartzs´ Ecke Haupt-/Drachenfelsstraße und richte seinen Blick nach der oberen Hauptstraße. Rechts im Vordergrund sieht er den simmungsvollen Vorplatz der kath. Pfarrkirche sowie die Kirche selbst mit ihrer einzigartigen klassizistischen Fassade und anschließend das ... geschmackvoll renovierte Pfarrhaus."

Diesen Blick zeigt der Artikel mit dem unten abgebildeten Linolschnitt von 1948.

Quelle
Heimatblätter des Siegkreises von 1951, Heft 62
Zur Verfügung gestellt von
Annette Hirzel
Räume & Galerien
Hotel zum Stern Siebengebirge
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