Aufnahme: 1939
Das ehemalige Hotel Mattern in Königswinter
1836 war der Drachenfels in preußischen Staatsbesitz gekommen und somit dem weiteren Steinabbau im Siebengebirge ein Riegel vorgeschoben worden.
Zu dieser Zeit war der Tourismus im Siebengebirge voll erblüht. Auch der Steinbruchbetrieb am Drachenfels hatte davon zusätzlich profitieren können, nämlich durch Eintrittsgelder für die Gipfelbesteigung mit Rundumblick. Unterhalb der Drachenburg war am 11. Mai 1834 ein Wirtshaus eröffnet worden.
"Das erste einstöckige Gasthaus des Drachenfels war von Lorenz Bachem errichtet worden, der am 4. Juni 1836 im Alter von 25 Jahren als Sohn von Johann Theodor Bachem und Maria Barbara Genger gestorben ist", stand am 12. August 1937 im Echo des Siebengebirges. Lorenz Bachem war ein Bruder von Carl Josef Bachem, der 1844 das Gut Margarethenhof (später Margarethenkreuz) auf der Margarethenhöhe erwarb.
"1836 zog der Gastwirt Moritz Mattern mit Frau und fünf Kindern, einer Magd und einem Knecht, mit Esel, Kuh, Schwein und Federvieh auf dem Drachenfels ein. Nach Jahren harter Arbeit hatte er es geschafft: Er wurde ein reicher Mann. Er vertrieb seinen eigenen Schaumwein, einen "Drachenblut mousseux"; 1888 richtete er seinem Sohn das "Hotel Mattern" in Königswinter ein" (in: Horst Johannes Tümmers, Der Rhein. Ein europäischer Fluss und seine Geschichte. Verlag C.H.Beck, 1999, S. 282). (Im Königswinterer Adressbuch von 1901 steht: "Mattern, Moritz, Besitzer von Hotel Mattern (Schlosshof Drachenfels), Rheinallee".)
1883 war die Zahnradbahn auf den Drachenfels eröffnet worden. Ostern 1889 (am 20. April), einen Tag vor der Eröffnung dieses neuen Hotels, war die Petersbergbahn eröffnet worden. Die Touristen strömten in diesen Jahren in Massen ins Siebengebirge und sicher auch in dieses schöne Hotel am Rheinufer.
Bis in die 1940-er Jahre war die Rheinallee gesäumt von großen Hotels einer glanzvollen Zeit, mit der sie verschwunden sind: "Die Hotels `Matterner Hof´,`Europäischer Hof´, `Union´und `Düsseldorfer Hof´ wurden durch Fliegerbomben bzw. Bulldozer abgeräumt oder gänzlich zweckentfremdet, indem man sie zu Wohneinheiten umfunktionierte. Heute erinnert nur noch das Hotel Loreley, das seit 1925 diesen Namen trägt, an die vergangene Zeit" (in: Herbert Menden, Königswinter in alten Ansichten Band 3, Europäische Bibliothek 1995, Nr. 81).
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