Aufnahme: 1930
Flanieren am Nasseplatz
Am Nasseplatz (Grillplatz) erinnert das Nasse-Denkmal an Berthold von Nasse (1831-1906), den Oberpäsidenten der Rheinpronvinz, der sich um den Naturschutz im Siebengebirge verdient gemacht hat.
In der Siebengebirgszeitung No. 50 vom 16.12.1966, zur Verfügung gestellt von Paul Winterscheidt, schreibt G. Steeg:
Der Nasseplatz besteht aus einer Aufschüttung von Geröll, Gestein und Erde aus dem nahegelegenen Steinbruch. Nach Stilllegung der Siebengebirgssteinbrüche und der Erschließung des Gebirges für den Fremdenverkehr wurde man sich über die weitere Verwertung der Halde alsbald einig. Man baute die Halde aus. Sie wurde zu einem begehrten Aussichtspunkt hergerichtet. Im Norden gibt der Platz die Sicht zum höchsten Berg im Siebengebirge, dem Ölberg, frei. Sitzt man auf einer der Bänke auf dem Nasseplatz, so kommt man sich vor, wie im Hochgebirge. Meist sitzen jedoch ältere Leute auf den Bänken. So sieht man vor allen Dingen auf dem Weg zum Margarethenkreuz zum Nasseplatz nur ältere Leute spazieren gehen. Aber auch Studenten und ihre Professoren wandern auf diesem Wege. Für sie lohnt sich dort eine Exkursion. Tuffmassen, Lava und Sedimentgestein erscheinen am Nasseplatz unter der Erdoberfläche in einer Vielgestalt, wie sonst kaum an einer anderen Stelle auf der Welt.
Um die Jahrhundertwende hieß der Nasseplatz noch "Spindelers Steinbruch", benannt nach dem früheren Besitzer. Unterhalb des Hanges befand sich zur gleichen Zeit noch die Hütte des letzten berufsmäßigen Köhlers, der eines Tages spurlos verschwand. Am Nasseplatz vorbei führte der heute von Gestrüpp und Gehölz überwucherte sogenannte "Leichenweg". Fälschlicherweise wird angenommen, dass die Einwohner von Ittenbach auf diesem Wege ihre Toten nach Königswinter überführt hätten. Nach Ansicht von Lehrer Eudenberg bewiesen aber die zahlreich vorhandenen alten Grabdenkmäler das Gegenteil. Der anwesende Bürgermeister Haacks meinte jedoch, dass bis etwa 1640 die Toten aus Ittenbach in Königswinter begraben wurden. Ein Kirchspiel in Ittenbach gäbe es erst seit 1640. Mehr sei, wie Lehrer Eudenberg mitteilte, über den Nasseplatz nicht bekannt. St.
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