Aufnahme: 1900
Gruß vom Sänger vom Drachenfels
Severin Weber, steht auf der Rückseite der alten Postkarte. Er lebte in Unkel.
Die Lautensänger auf dem Drachenfels waren eine touristische Besonderheit. Dem Siebengebirgs-Museum Königswinter zufolge war Ludwig Erber (1823-1893) der erste namentlich bekannte Sänger vor 1873. Ihm folgte nach dessen Tod um 1895 Severin Weber.
"Mit dem Aufkommen der Personenschifffahrt auf dem Rhein stieg die Zahl der Besucher auf dem Drachenfels. Und dieses bunte Treiben lockte auch Musikanten an, erläuterte Ansgar Sebastian Klein bei seinem Vortrag über die Sänger vom Drachenfels ... im Siebengebirgsmuseum", liest man im General-Anzeiger vom 21.7.2013 - siehe 1. Link unten.
"Die auch als „Barden vom Drachenfels“ bekannten Musiker verkörperten die „Rheinromantik in Fleisch und Blut“. Ihr Auftrag war klar: Sie sollten die Zuhörerinnen und Zuhörer in „fröhliche, sorglos heitere Stimmung“ versetzen, damit diese möglichst oft ins Siebengebirge zurückkehrten und es nicht – wie von Willi Ostermann besungen – bei „Einmal am Rhein“ blieb", kann man auf honnef-heute.de vom 12.12.2014 lesen.
Weiter heißt es dort: "Von April bis Oktober gingen die „Sänger vom Rhein“ täglich ab 12 Uhr ihrer Passion auf dem wohl meist bestiegensten Berg Europas nach und sangen zum eigenen Gitarrenspiel. Der Hotelier, der zugleich Veranstalter war, warb mit ihnen gern auch in Zeitungsannoncen. Und auch die Werbung für das Siebengebirge nutzte die Popularität der Musiker. So hieß es 1926: „Zu erwähnen ist noch der ‚Sänger vom Drachenfels‘, ein alter Barde, der oben zur Laute singt. Seine Lieder tun ein Uebriges und wetteifern mit rheinischer Frohlaune und mit rheinischem Wein […] darin, Alltagssorgen vergessen zu machen.“
In dem Artikel wird hingewiesen auf das Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises von 2015, das sich mit den vielfältigen Ausprägungen der Musik und dem Musikleben in der Region befasst.
Auf der Homepage des Geschichtsvereins Unkel - siehe 2. Link unten - erfährt man:
"Am Oberen Markt, wo heute Michael Hommerich seine Musikalienhandlung betreibt, hatte Severin Weber ein Lebensmittelgeschäft (Anm. Red.: Frankfurter Str. 23). Anzubieten hatte er Obst und Gemüse, Butter , Eier, Käse und Konserven. Dazu Kaffee, Cacao und chinesischen Tee. Der Clou war sicher: frische Rhein- und Seefische. Natürlich bot auch er – wie fast alle Händler damals – Tabakwaren an. (Es gab sieben Tabakwarenläden). Das besondere an Severin Weber aber war: Man nannte ihn den „Sänger vom Drachenfels“. Zur Unterhaltung der zahlreichen Besucher spielte er am Drachenfelsaufstieg seine Gitarre und sang dazu." Er leitete Ende des 19. Jh. auch den Unkeler Männergesangverein, der unter seiner Leitung 1896 auch den Namen "Concordia" erhielt (Unkeler Geschichtsbote Nr. 13 / März 2004, S. 17).
Christian Bungartz war der letzte Sänger auf dem Drachenfels, der mit seiner Gitarre bis 1967 für die Besucher auf der Terrasse sang - siehe in diesem Museum Datensatz 4691.
Im Virtuellen Burückenhofmuseum finden Sie weitere Informationen und Bilder in der Galerie "Sänger vom Drachenfels".
In "Königswinter in alten Ansichten Band 1" (von Dr. Elmar Heinen, 1976, Reproduktion 2010) ist ein Foto von Severin Weber abgebildet (Bild 115) mit folgendem Text:
"Um den romantischen Genuß für die Drachenfelsbesucher noch zu steigern, wirkte dort viele Jahrzehnte hindurch ein mit Samtjacke und Schlapphut bekleideter Sänger oder `Barde vom Drachenfels´. Auf den Rheinterrassen ließ er zum Klang der Gitarre seine pathetischen oder süßen Rhein- und Weinlieder erklingen, und die Besucher ließen sich zu ihrem Böwlchen oder Kaffee und `Teilchen´genüßlich von so viel Romantik durchschauern. Ging der `Barde´ dann mit dem Hut sammend von Tisch zu Tisch, so waren ihm viele und reichliche Spenden sicher."
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.