Aufnahme: 2025

"Da berühren sich Himmel und Erde"

Mit der Melodie des Liedes „Da berühren sich Himmel und Erde“ stimmte der Trompeter Johannes Frings das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf der Kriegsgräberstätte Ittenbach ein, zu dem der Rhein-Sieg-Kreis in Kooperation mit dem VDK wie immer am Samstag vor dem Volkstrauertag eingeladen hatte. 

Landrat Sebastian Schuster begrüßte unter den Versammelten besonders die „neuen Gesichter“ nach der Kommunalwahl, die Königswinterer Bürgermeisterin Heike Jüngling und die Mitglieder der neu gewählten Stadträte und des Kreistages. Musikalisch gestaltete auch der MGV Leuscheid e.V. in diesem Jahr wieder die Veranstaltung mit.

Pfarrer Georg Kalckert hatte hier fast 50 Jahre lang die geistliche Ansprache gehalten. Erstmals übernahm Pfarrer Markus Hoitz diese Aufgabe. Mit der prophetischen Vision vom neuen Himmel und einer neuen Erde erinnerte er an die biblische Verheißung aus dem 21. Kapitel der Offenbarung des Johannes. Unsicherheit und Angst hätten zugenommen in unserer Zeit, die keine Kriegs-, aber auch keine Friedenszeit sei. „Was kann man wem glauben?“, fragte er. Fake News seien immer schon Instrumente der Kriegstreiberei gewesen. Er hob den Wert von Offenheit, Toleranz und Vielfalt in unserer Gesellschaft hervor. Als Pfarrer in Chorweiler habe er als einziger seinerzeit dort nicht in das Stadtbild gepasst. Nicht vergessen hatte er, wie er dort einmal in der Straßenbahn einen Zigarette rauchenden Deutschen zurechtgewiesen und der ihn daraufhin angegriffen hatte. Es war ein russischstämmiger Hüne gewesen, der den Angreifer in Schach gehalten hatte. Wehrhaftigkeit bleibe wichtig.

Drei Schülerinnen vom Gymnasium Oberpleis trugen das Totengedenken vor. Nach der Kranzniederlegung und dem Trompetensolo „Ich hatt´ einen Kameraden“ lud Pfarrer Hoitz zum gemeinsamen Vaterunser ein, dem „Gebet eines jungen jüdischen Mannes“. Landrat Schuster überreichte ihm zum Dank das Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 2026, für das er auch als Weihnachtsgeschenk warb.

Er dankte allen Mitwirkenden beim würdigen Gedenken in Kooperation mit dem VDK, den Schülerinnen, dem Chor, dem Trompetenspieler und den Angehörigen von Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr.

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