Aufnahme: 2009
Mahung zum Frieden - Ein Zeitungsbericht von 1987
Inschrift auf der Grabplatte aus Seynit inmitten des Ehrenplatzes
Unter der Überschrift "Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof" schrieb Günther Steeg in der Siebengebirgs-Zeitung Nr. 47 vom 19. Nov. 1987:
"Bis 1944 hieß der Volkstrauertag Heldengedenktag. Der Name hat sich zwar geändert, weil das pauschale Heldentum fraglich geworden ist. Die Kriege liegen lange zurück. Nur ein Teil unseres Volkes hat noch persönliche Erinnerungen an die Ereignisse von damals. Heute geht es uns gut. Wir haben uns mit der Vergangenheit abgefunden und haben andere Probleme und Fragen. Der heutige Volkstrauertag steht im Kalender. Kränze werden niedergelegt an Gedenksteinen und Reden gehalten. Aber was soll das?" Diese Frage stellte sich Pfarrer Georg Kalckert aus Oberdollendorf am Samstagnachmittag bei der Volkstrauertagsfeier des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Soldatenfriedhof in Ittenbach. Er gab sich gleich die Antwort: "Wäre es nicht ehrlicher und konsequenter und auch angemessener angesichts der Opfer und Schicksale, auf diesen Tag und auf dieses Tun zu verzichten? Der Volkstrauertag kann dazu verführen, Untergangsstimmung zu schüren. Grund dafür gibt es genug. Das Töten ist mit dem Kriegsende 1945 nicht abgeschlossen. Morden und Töten gehen weiter. Auch in diesen Tagen wurde der Weltkrieg in Raten fortgesetzt. Der Begriff Frieden ist leider zum Lügenwort für "Verhinderter Krieg" geworden." Kalckert nannte in diesem Zusammenhang die Ereignisse in Frankfurt an der Startbahn West. "Die Männer und Frauen des Widerstandes gegen Hitler und das Naziregime, wollten sie wirklich eine solche Gesellschaft, wie wir sie heute haben, die sich auch in Kiel böse dokumentierte ?" Soldaten des Wachbataillons hielten an den drei Hochkreuzen die Ehrenwache, es wurden Kränze niedergelegt und Karl-Heinz Müller blies auf der Trompete das Lied vom "Guten Kameraden". Der Toten gedachten Vizelandrat Dr. Wim Nöbel, Bürgermeister Günter Hank, Stadtdirektor Schmitz, Regierungspräsident Dr. Antwerpes, Vertreter der Bundeswehr und ein belgischer Verbindungsoffizier. Trauerlieder sang der Ittenbacher Männerchor "Eintracht".
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