Aufnahme: 2024

Volkstrauertag-Gedenken in Ittenbach

Seit fast 70 Jahren gibt es die Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewalt am Ehrenmal in Ittenbach. Der Männergesangverein Eintracht Ittenbach e.V. hatte sich bei seiner Wiedergründung 1957 dazu verpflichtet. Schon im vorigen Jahr konnte er aber gesundheits- und altersbedingt nicht mehr wie in alle den Jahrzehnten zuvor mit seinem Gesang dazu beitragen. Trotz seiner Auflösung zum Ende dieses Jahres hat er aber weiterhin die Initiative in Kooperation mit dem Ittenbacher Bläsercorps, der Feuerwehr und den Ittenbacher Vereinen ergriffen. Wie immer wurde ein Kranz der Stadt Königswinter am Mahnmal abgelegt. Zahlreiche Ittenbacher hatten dem nasskalten Wetter getrotzt und sich zum Gedenken und zum Gebet für die Opfer der Kriege und der Gewalt weltweit versammelt.

In diesem Jahr erinnerte Pfr.in i.R. Annette Hirzel an zwei zentrale Ereignisse vor 80 Jahren, im Jahr 1944:

Der 6. Juni 1944, der sog. D-Day, war der Beginn einer der größten militärischen Operationen der Geschichte. Die alliierten Streitkräfte, mehr als 155.000 meist junge Soldaten, landeten an den Stränden der Normandie und leiteten damit die Befreiung Westeuropas von der Nazi-Diktatur ein. Bis Ende Juli hatte sich deren Zahl auf 1.000 000 erhöht. Unzählige kamen ums Leben. 11 Monate dauerte ihr Kampf für die Befreiung von der Nazidiktatur.

Am anderen Ende des besetzten Europas kämpfte 2 Monate später im besetzten Polen die Bevölkerung im Warschauer Aufstand für die Unabhängigkeit Polens und die Freiheit von Unterdrückung und Tyrannei. Er wurde mit brutalster Gewalt niedergeschlagen. 150.000 polnische Zivilisten und 16.000 bis 20.000 Mitglieder der polnischen Heimatarmee kamen ums Leben. Warschau wurde in Schutt und Asche gelegt.

Nach dem Krieg wurden die überlebenden Aufständischen unter den kommunistischen Machthabern in Polen weiter verfolgt. Erst nach 1989 wurde auch ihnen ein ehrendes Andenken als Widerstandskämpfer zuteil.

Anlässlich des 50. Todestages von Oskar Schindler am 9.10.2024 erinnerte sie auch an die Rettungsaktion des Ehepaares Schindler, die 1200 Juden vor der Vernichtung gerettet hatten. Jahrzehntelang war in Deutschland diese Rettung lieber verschwiegen worden. Sie hatte vor Augen geführt, dass man eben doch nicht nur nichts gegen Unmenschlichkeit und Dikatatur hatte machen können. Der ehemals geldgierige Fabrikunternehmer, der seinen Koffer dank billigster Zwangsarbeiter im damals besetzten Polen schnell mit Geld hatte füllen wollen, sich aber angesichts des Elends vor seinen Augen entschieden hatte, soviel Leben wie möglich zu retten, hatte einmal gesagt: "Ein denkender Mensch, der mit dem inneren Schweinehund siegreich fertig wurde, musste einfach helfen, es war keine andere Möglichkeit."

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