Aufnahme: 2023

Open Air Carrom Training in Ittenbach

Unter freiem Himmel kamen die Interessenten an dem Brettspiel zusammen

Der Rundblick Siebengebirge berichtete:

(bk) Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machten so manchen erfinderisch. So auch den Carrom-Club Siebengebirge e. V. Während der Pandemie wurde die Idee geboren, ein Open Air Carrom Training anzubieten. Dies hat nun bereits Schule gemacht. Man trifft sich im Hof eines der Mitglieder, um unter freiem Himmel mit Vereinsmitgliedern, aber auch Interessenten an dem Brettspiel zusammen spielen. Mittlerweile hat diese Idee einen traditionellen Charakter, so auch in diesem Jahr. Bei schönstem Sommerwetter wurden die Boards aufgestellt und vom frühen Nachmittag bis in den Abend fanden sich Mitglieder wie auch Neugierige aus nah und fern zusammen, um das Spiel, das man gerne auch Fingerbillard nennt, zu üben oder zu testen. Zwischenzeitlich hat sich die Interessengemeinschaft längst einen Namen gegeben: Carrom Club Siebengebirge e. V. mit Sitz in Ittenbach. „Wir freuen uns über jeden Interessenten oder jede Interessentin und verfügen über einen barrierefreien Zugang zu den Spielräumen“, so Heinz Arenz, 1. Vorsitzender des Carrom-Clubs Siebengebirge, „Jeden Mittwochabend wird im ev. Gemeindehaus Ittenbach ab 19.30 Uhr trainiert und gespielt und einige der Mitglieder nehmen regelmäßig an Turnieren zur deutschen Meisterschaft teil.“ Im Juni 2024 wird der CCS e. V. erstmalig ein Turnier im Einzel und Doppel ausrichten, was zur Ermittlung der deutschen Meisterschaft zählt. Einen ganz besonderen Gast konnte der Verein am vergangenen Samstag begrüßen. Dirk Polchow, Präsident des Deutschen Carrom Verband e. V., hatte sich mit seinem Bike auf nach Ittenbach gemacht und spielte natürlich einige Runden an den Brettern mit. Carrom kann als eine Art „Fingerbillard“ bezeichne werden. Es kommt ursprünglich aus Indien und fordert von den Spielern ebenso Fingerfertigkeit wie taktische und technische Raffinesse. Gespielt wird auf einem 74 x 74 cm großen Board mit vier Ecklöchern, umrandet mit Hartholzbanden. Neun schwarze, neun weiße und eine rote Spielscheibe, die Queen, sowie ein Schussstein, der Striker, gehören zur Grundausstattung. Die Regeln sind so simpel wie durchschlagend. Die beiden Gegner, die sich am Brett gegenübersitzen, schießen von den Abschusslinien aus mit dem Striker ihre jeweiligen Spielscheiben in die Ecklöcher. Geschnippt wird meist mit dem Zeigefinger einer Hand, indem dieser mit dem Daumen gespannt wird. Jeder erfolgreiche Schuss berechtigt zu einem weiteren Versuch. Verschwindet die Queen, gibt es einen Extrabonus. Gewonnen hat, wer zuerst alle Scheiben seiner Farbe eingelocht hat. Die nahezu unbegrenzte Zahl von Spielsituationen macht Carrom zu einem spannenden, selbst Könner immer wieder herausfordernden Freizeitspaß.

Quelle
Rundblick Siebengebirge – 1.7.2023 – Woche 26 – S. 35
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