Aufnahme: 2024

WIR ALLE SIND KÖNIGSWINTER

Unter dem Motto "Gemeinsam für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte" hatte die SPD Königswinter gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Parteien (Königswinterer Wählerinitiative, GRÜNE Königswinter, FDP Königswinter, CDU Königswinter, Die Linke Königswinter), der katholischen und den evangelischen Kirchengemeinden im Siebengebirge, dem hiesigen Alevitischen Kultur- und Solidaritätsverein, NIK (Netzwerk Integration Königswinter e.V.), AWO und vielen weiteren Vereinen und Gruppen am 26. Januar 2024 zur Demo aufgerufen. In vielen Städten auch im Rhein-Sieg-Kreis gehen nach den veröffentlichten Berichten über menschenverachtende Vertreibungspläne der AfD Menschen auf die Straße und setzen Zeichen gegen Hetze und Fremdenfeindlichkeit.

Die Initiatorin der Veranstaltung, die Vorsitzende der SPD Königswinter Prof. Dr. Katja Stoppenbrink, freute sich, so viele Menschen begrüßen zu können, die sich entschlossen hatten, entsprechend dem Aufruf "Nie wieder ist jetzt" Gesicht zu zeigen und für Menschenrechte einzustehen. Sie erinnerte daran, dass am 27. Januar vor 79 Jahren das Vernichtungslager Auschwitz befreit wurde. Im Mai dieses Jahres wird das 1949 in Bonn beschlossene Grundgesetz 75 Jahre alt. Demokratische Grundlage ist und bleibt die darin garantierte Unantastbarkeit der Würde des Menschen.

Auch Bürgermeister Lutz Wagner war begeistert, dass sich so viele Menschen aus dem Stadtgebiet von Königswinter auf den Weg gemacht hatten, um dafür zu demonstrieren. Er mahnte: "Wehret den Anfängen!" und stimmte der Aussage von Ministerpräsident Henrik Wüst im Blick auf die AfD zu: "Wenn die prägende Figur einer Partei Nazi ist, dann ist das eine Nazipartei."

In ökumenischer Gemeinschaft erinnerten Pfarrerin Dr. Anne Kathrin Quaas und Pfarrer Markus Hoitz an das christliche Menschenbild, mit dem antisemitische Hetze und Fremdenfeindlichkeit nicht vereinbar sind. "Damals haben die Kirchen versagt, das lassen wir nicht wieder zu", so Pfarrerin Quaas. Pfarrer Hoitz berichtete, wie seine Großmutter in den 1940er Jahren in Dollendorf laut protestiert hatte, als ihre jüdische Nachbarin, Frau Levi, von den Nazis deportiert und sie selbst von Umstehenden bedroht wurde: "Wenn du jitz nit ding Schnüss hältst, dann küst du selver dohin, wo die Levi hinkütt."

Neben vielen weiteren Rednerinnen und Rednern sorgte die Gitarrengruppe ‚Rauschendorfer Musikanten‘ für einen beschwingten musikalischen Rahmen mit Friedens- und Protestsongs.

NIK brachte unter großem Beifall eine Gruppe von Flüchtlingen mit auf die Bühne, die mit ihren großen Buchstaben das Motto zusammenstellten, unter dem sich die bunte Menschengruppe auf dem Marktplatz vereint wusste: "WIR ALLE SIND KÖNIGSWINTER".

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