Aufnahme: 1999
In Vorbereitung seines 50-jährigen Bestehens nennt sich der Verkehrs- und Verschönerungsverein im Jahr 1998 in "Bürgerverein VVI" um
Ursprünglich diente die Gründung dieses Vereins in den 1920-er Jahren v.a. dem Ziel, Ittenbach nach der Schließung der Steinbrüche und dem ansteigenden Tourismus im Siebengebirge für den "Fremdenverkehr" besser zuzurüsten, sei es durch Straßenbau, Ruhebänke, Beleuchtung, Belebung der Gastronomie und Dorfverschönerung. In der Nazizeit wurde der Verein gleichgeschaltet und aufgelöst. 1949 wurde der VVI wiedergegründet. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums brachte der Verein 1999 erstmals eine Festschrift zur Dorfgeschichte heraus, deren Umschlag das Protokoll der Wiedergründung am 12. Oktober 1949 zeigt.
Im Laufe der Jahrzehnte waren viele Aufgaben hinzugekommen, so dass die Mitgliederversammlung 1998 die Änderung des Namens in "Bürgerverein VVI e.V." beschloss.
Dazu berichtete die Siebengebirgs-Zeitung unter der Überschrift: Jetzt "Bürgerverein VVI" in Ittenbach
Der traditionsreiche Verkehrs- und Verschönerungsverein Ittenbach (VVI) hat einen neuen Namen, zwar nicht den vom Vorstand gewünschten. Der hatte nämlich „Bürger- und Verschönerungsverein Ittenbach" (BVI) vorgeschlagen. Grund: Fast in jedem Ort der Stadt Königswinter gibt es einen Bürgerverein oder einen Verein ähnlichen Namens. Da sich der Verkehrs- und Verschönerungsverein auch mit Anliegen der Bürger befasse, schien dem Vorstand unter dem Vorsitz des 70jährigen Peter Jungbluth, dem auf der Versammlung des da noch VVI benannten Vereins noch nachträglich zum runden Geburtstag ein süsses Geschenk überreicht wurde, der Name „Bürgerverein" angepaßter als der Name „Verkehr”, denn unter dem Namen „Verkehr” verstünde man Fremdenverkehr, der heute in andere Dimensionen verlaufe. Im übrigen, so meinte Hans Halm vom Gewerbeverein würde sich diese Vereinigung und der Wirteverein um den Fremdenverkehr sorgen. Hans Halm fand es daher nicht gerade vorteilhaft, daß sich nun noch ein dritter Verein um den Fremdenverkehr kümmere.
Dr. Gerhard Krause fand es nicht zweckmäßig, wenn der Name VVI verlorenginge, andere Versammlungsteilnehmer im Hotel Sonneneck fanden den bisherigen Namen “VVI” altmodisch. Es kam schließlich zur Abstimmung. 14 Mitglieder sprachen sich für die vom Vorstand vorgeschlagene Bezeichnung „BVI” und 15 für die neue Namensgebung „Bürgerverein VVI” aus.
Auch die Satzung wurde den gewandelten Aufgaben angepaßt. Demnach widmet sich der Verein der Interessenvertretung der Bürger, dem Erhalt des Dorfbildes und der Förderung des Gemeinschaftslebens sowie dem Schutz der Natur. Auch der Fremdenverkehr wurde auf Wunsch einer Mehrheit wieder in die Satzung aufgenommen, ohne daß man deshalb dem Wirte- und dem Gewerbeverein Konkurrenz machen wolle.
Der Vorsitzende Peter Jungbluth erläuterte, daß die Satzungsänderung notwendig gewesen sei, weil viele der Aktivitäten, mit denen sich der Verein in letzter Zeit einen Namen gemacht hat, genau genommen nicht zu den Vereinszwecken gehörten. Das galt für die Aktionen gegen den zunehmenden Verkehr auf der L 331 ebenso wie für das erfolgreiche Eintreten gegen eine Belastung durch den ICE-Baustellenverkehr oder sogar gegen die erfolgreichen Seniorennachmittage.
Mit der Bezeichnung „Bürgerverein” hoffe man noch mehr Ittenbacher als bisher ansprechen zu können. Eine Werbeaktion im Jahre 1997 brachte über 80 neue Mitglieder. Heutiger Stand: 170. Der Jahresbeitrag in Höhe von zehn Mark brauchte nicht erhöht zu werden, da viele Mitglieder zusätzlich spenden.
Willi Bellinghausen erstattete den Kassenbericht und Hubert Quick stellte eine zufriedene Lage fest.
Der 1928 gegründete Verkehrs- und Verschönerungsverein Ittenbach wurde im Oktober 1949 wiederbegründet. Die 50-Jahrfeier will man im Oktober 1999 gebührend feiern. Vorgesehen ist ein Dorffest. Zur Erstellung einer lückenlosen Chronik bat der Vorstand die Bevölkerung evtl. noch vorhandene Bilder oder Dokumente dem Verein leihweise zur Verfügung zu stellen. Der frühere Vorsitzende Rolf Görres erinnerte daran, daß 1928 die Vereinsgründung mit dem Naturpark Siebengebirge zusammenhinge, um den arbeitslos gewordenen Ittenbacher Steinbruch-Arbeitern durch Erschließungsarbeiten für den Fremdenverkehr eine neue Perspektive zu geben. Die Nazis verboten schließlich den Verein.
Hans Halm bat in der allgemeinen Diskussion um eine bessere Koordinierung der Vereinsfeste. Für 1999 werden die Termine schon Ende September besprochen. Hans Halm war es auch, der um bessere Beteiligung bei den Säuberungsaktionen auf dem Marienplatz bat. Moniert wurde schließlich der schlechte Zustand des Sportplatzes. Deshalb soll der TuS Thomasberg/Ittenbach angesprochen werden. Angeregt wurde ein besserer Blumenschmuck des Lukas-Heimes.
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