50 Jahre Bürgerverein Ittenbach - Ganz Ittenbach feierte mit

Aufnahme: 1999

50 Jahre Bürgerverein Ittenbach - Ganz Ittenbach feierte mit

Unter dieser Überschrift berichtete die Siebengebirgs-Zeitung:

Königswinter-Ittenbach. Ganz Ittenbach feierte "seinen Bürgerverein VVI". Mehrere hundert Mitbürger kamen zu den Veranstaltungen. Mit einem Festkommers, zu dem die Vorstände der Vereine, ehemalige Vorsitzende und verdiente Mitbürger in das Hotel "Zur Alten Post" eingeladen waren, erinnerte der Verein an seine Gründung als Verkehrs- und Verschönerungsverein nach dem Kriege. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Männergesangverein, unter anderem mit einer Wiederaufführung des Ittenbacher "Heimatliedes" aus den 50-er Jahren. Die Festrede hielt Professor Carl-Christoph Schweitzer, Bundesvorsitzender der "Aktion-Gemeinsinn". Er schlug den Bogen vom praktischen Bürgersinn in Ittenbach zum 50-jährigen Bestehen des Grundgesetzes und ermunterte die Bürger, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen. In Anspielung auf die Kritik des Bürgervereins gegen übertriebene "Knöllchenschreiberei" der Stadt erinnerte er an einen vergessenen Passus des Grundgesetzes, der Gemeindeversammlungen vorsieht. "Machen Sie eine Gemeindeversammlung und regeln Sie Ihre Parkplatzdinge selbst". Stadtdirektor Heinz-Martin Bernert nahm diese Anspielung gelassen hin. Er ging in seinem Grußwort auf die Forderungen der Ittenbacher nach Verkehrsentlastung ein und forderte von den Gegnern des Ennertaufstieg-Projekts, regionaler zu denken. Die Stadt Ittenbach stehe hinter den Forderungen der Ittenbacher. Pfarrerin Dorothee Demond hatte mit Blick auf die Gründungszeit des WI nach dem Krieg ein einprägsames Sprichwort: "Es ist besser, ein Licht anzuzünden als auf die Dunkelheit zu schimpfen". Pfarrer Udo-Maria Schiffers stellte die Rolle des Bürgervereins in einer immer pluralistischer werdenden Gesellschaft heraus: "Schaffen Sie weiter Gelegenheiten, wo Menschen zusammen kommen. Und wo man neue Gesichter in diesem Ort sieht: Einfach drauf zugehen.“ Mehrere Teilnehmer, darunter Walburga von Weyhe für den Pfarrgemeinderat, Wolfgang Heisterbach für die Ottemicher Jecken, Lieselotte Busch als SPD-Ratsmitglied und Hans Halm für den Gewerbeverein richteten ebenfalls ihre Grußworte an den VVI, und mancher Scheck als Jubiläumsgeschenk wechselte den Besitzer. Hans Halm brachte es auf den Punkt: "50 Jahre Eintreten für die Belange des Ortes: Das ist megastark." Der Vorsitzende des Bürgervereins, Peter Jungbluth dankte seinerseits dem Pressesprecher des Vereins, Ulrich Rosenbaum, für die Erstellung der umfangreichen Festschrift mit einer Kiste Wein. Auch der Vize-Vorsitzende Wolfram Teusch wurde für 15 Jahre Vorstandsarbeit gewürdigt. Am Samstag feierte dann das ganze Dorf. Am Vormittag gab es zunächst das traditionelle Brunnenfest zur Eröffnung der Brunnensaison auf dem Marienplatz. Fast wäre die Inbetriebnahme des Brunnens gescheitert, denn erst wenige Stunden vorher hatte sich herausgestellt, dass die Pumpe den Winter nicht überlebt hatte. Erst kurz vor Beginn war eine neue eingebaut. Der Gewerbeverein sorgte für Getränke und Würstchen, die Evangelische Kirchengemeinde bot einen Büchertisch, der Katholische Kindergarten eine Malaktion und kleine Andenken. Auf dem Schulhof konnte man beim Torwandschießen der Tischtennis-Freunde etwas gewinnen, die evangelische Jugendmitarbeiterinitiative präsentierte einen Flohmarkt und der Kindergarten Villa Kunterbunt malte die Kleinen als bunte Clowns an und verkaufte Kuchen. Beide Kindergärten sammelten im übrigen für Kosovo-Vertriebene. Um elf Uhr der Höhepunkt: Nach einem kurzen Grußwort von Bürgermeister Herbert Krämer tanzten Kinder der Katholischen Grundschule um den Brunnen. Kreissparkassen-Filialleiter Joachim Brass überreichte der Bürgerverein zum Jubelfest einen riesigen 1000-Mark-Scheck. Auch Stadtkämmerer Herbert Losem besuchte das bunte Treiben in Ittenbach, für dessen Sicherheit im übrigen die Sankt-Georgs-Pfadfinder sorgten. Am Nachmittag und Abend ging es im Hotel "Sonneneck" mit einem Dorffest weiter. Die "Ölbergsternchen", also der Nachwuchs der "Öttemicher Jecken", gaben einen Vorgeschmack auf das, was sie bereits für die nächste Karnevalssession einstudieren. Der Katholische Kirchenchor unter der musikalischen Leitung von Peter Höller führte mit Variationen zur "Vogelhochzeit" durch die Jahrhunderte der Musik. Und dann präsentierte der Chor seine Interpretation des alten Ittenbacher "Heimatliedes", das am Ende zu einem Dorfhit geworden ist. Der Junge Chor schließlich stimmte etwas modernere Weisen an. "Wir feiern alles, was kommt", meinte Bürgermeister Herbert Krämer, Schirmherr des Dorffestes. Er würdigte den Bürgerverein für "50 Jahre Eigeninitiative, Geselligkeit, Durchschaubarkeit und Geborgenheit". Wenn es um ein friedliches Zusammenleben im Ort gehe, sei der Verein immer zur Stelle. Peter Jungbluth, dem sein Verein anlässlich zehn Jahren als Vorsitzender ein T-Shirt mit dem Marienbrunnen verehrt hatte, bekam vom Bürgermeister noch die passende Mütze dazu und von den "Öttemicher Jecken" eine Krawatte. Am Schluss des Abends stellte Vereins-Geschäftsführerin Annette Hirzel befriedigt fest: "Alle Vereine haben mitgemacht".

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 17 vom 29.04.1999
Zur Verfügung gestellt von
Annette Hirzel
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