Aufnahme: 1997
Bronzetafel am Denkmal für von Nasse angebracht
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
Einen freudigen Anlaß verband der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) mit seiner Maiwanderung. Am Nasse-Platz in der Nähe der Margarethenhöhe befindet sich ein Gedenkstein für den ehemaligen Oberpräsidenten der Rheinprovinz und Bonner Ehrenbürger Berthold von Nasse. Dort wurde jetzt eine Bronzetafel zu Ehren des Verstorbenen angebracht. Der Enkel des früheren Vorsitzenden des VVS und vieljährigen Bonner Oberbürgermeisters Wilhelm Spiritus, Herbert Spiritus, feierte vor einiger Zeit seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlaß hatte er seine Gäste gebeten, statt Geschenken für eine Erinnerungstafel zu spenden. Es kamen 1200 DM zusammen. Wilhelm Spiritus und Berthold von Nasse, der bei seinem Ausscheiden aus der Politik in den Adelsstand erhoben wurde, haben sich gemeinsam um den Erhalt der Schönheiten des Siebengebirges verdient gemacht. Für die Bestrebungen des VVS um die Erhaltung des Siebengebirges wurde von ganz besonderer Bedeutung, daß Ende des 19. Jahrhunderts an der Spitze der Rheinprovinz Berthold von Nasse als Oberpräsident stand. Von Nasse hatte rechtzeitig erkannt, daß ein durch Steinbrüche ruiniertes Siebengebirge ein unersetzlicher Verlust für das Rheinland sein würde.
1892 wurde Wilhelm Spiritus in den Vorstand des VVS berufen, 1895 als Vorsitzender. Diesen Posten bekleidete er bis 1906. Schon im Jahr seiner Amtseinführung erreichte Oberbürgermeister Spiritus beim Landrat des Siegkreises eine Polizeiverordnung, die das Befahren der Privatstraßen des VVS durch Lastfuhrwerke gewerblicher Art unter Strafe stellte. Die Privatstraßen des VVS haben bis heute den gleichen Zweck, nämlich das Siebengebirge für die Wanderer sowie für Ruhe und Erholung suchende Menschen zu erschließen. Mit großem Eifer und weit vorausschauendem Blick griff Oberbürgermeister Spiritus die Frage der Abwehrmaßnahmen gegen die Steinbruchbetriebe im Siebengebirge auf.
Oberpräsident von Nasse würdigte die bahnbrechende Arbeit des VVS für den Naturschutz im Siebengebirge, beseitigte Hemmnisse mancherlei Art, förderte die Mitarbeit der Behörden und erreichte insbesondere bei der preußischen Staatsregierung Wohlwollen für die gemeinnützigen Bestrebungen des VVS.
Von Nasse wurde am 9. Dezember 1831 in Bonn geboren und stand von 1890 bis 1905 an der Spitze der Rheinprovinz. Bei der Anbringung der Bronzetafel durch den Vorsitzenden des VVS, Dr. Richard Faßbender, waren auch Bürgermeister Peter Müller aus Bonn, die stellvertretende Bürgermeisterin Hannelore Baukloh-Mayer aus Königswinter und Herbert Spiritus zugegen.
Mehr Infos zum Nasseplatz finden Sie im Museum - siehe Link unten
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.