Aufnahme: 1984
Verkehr auf der L 331 "wird jetzt unerträglich"
Petition mit mehr als 1 000 Unterschriften
Unter diesen Überschriften berichtete die Rhein-Sieg-Zeitung:
Die Bewohner des Königswinterer Stadtteils Ittenbach fordern mit Nachdruck den seit Jahren geplanten Bau der Südtangente mit Anbindung an die Autobahn Köln/Frankfurt bei Sankt Augustin-Birlinghoven. Der Grund: Die Ittenbacher befürchten, daß nach der Fertigstellung der B 42 neu der Durchgangsverkehr über die L 331, der Königswinterer Straße, noch erheblich stärker wird. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVI) hat sich zum Sprecher der Ittenbacher Bürger gemacht und eine Petition verfaßt, die von 1039 Ittenbachern unterschrieben worden ist. Diese Petition wurde jetzt vom Vorsitzenden des VVI, Rolf Görres, im Königswinterer Rathaus an Bürgermeister Günter Hank übergeben.
Kopien der Petition wurden an den Bundesminister für Verkehr, den zuständigen Landesminister, an Landrat Dr. Franz Möller (MdB), Oberkreisdirektor Dr. Walter Kiwit, die Bundestagsabgeordneten H. Hoffie und Dr. Nöbel, die Landtagsabgeordneten Franz Riscop und Dr. Diether Deneke, den Leitenden Landesbaudirektor Karbach, den Polizeipräsidenten in Bonn und Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz gesandt.
Die Ittenbacher Petition hat folgenden Wortlaut: „Nach Fertigstellung der EB 42 (Autostraße Bonn-Königswinter) im Jahre 1985 erwarten wir in Ittenbach eine erhebliche Zunahme des Straßenverkehrs auf der L 331 (Königswinterer Straße). Bereits heute werden die Bürger in Ittenbach durch den Verkehr auf der Königswinterer Straße zur Zeit des Berufs- und Wochenendverkehrs in einem Maße beeinträchtigt, daß die Grenze der Zumutbarkeit hinsichtlich Sicherheit, Lärmbelästigung und Luftverschmutzung erreicht ist.
Deshalb fordern wir bereits jetzt bei den zuständigen Stellen: 1. die Beschleunigung des geplanten Ausbaues der Anbindung Südbrücke an die Autobahn Köln/Frankfurt JA 3); 2. nach Fertigstellung der EB 42 den Durchgangsverkehr aus Bonn in Richtung Frankfurt durch eine geeignete Beschilderung über die A 560 auf die Köln/Frankfurter Autobahn zu leiten; 3. dafür Sorge zu tragen, daß eine Verkehrsberuhigung auf der L 331 (Königswinterer Straße) durch geeignete Maßnahmen, wie wirksame Signalanlagen, Geschwindigkeitsbeschränkungen usw., frühzeitig gewährleistet wird."
Bei der Übergabe im Königswinterer Rathaus erklärte Rolf Görres, daß der Verkehr auf der L 331 schon jetzt kaum noch erträgliche Formen angenommen habe. Ein Überqueren der Straße sei kaum noch möglich, ohne das Leben aufs Spiel zu setzen. Dazu komme, daß die meisten Ittenbacher Bürger im südlichen Teil des Ortes wohnten, während die Geschäfte und die Kirche im nördlichen Teil angesiedelt seien. Dadurch seien die Ittenbacher gezwungen, die Straße ständig zu überqueren.
Bürgermeister Günter Hank führte aus, daß er noch nie in seiner Amtszeit eine Petition erhalten habe, mit der mehr als 1 000 Bürger einer berechtigten Forderung Nachdruck verleihen wollten. Hank erinnerte daran, daß der Stadtrat sich einstimmig für den Bau der Südtangente ausgesprochen habe. Diese Straße sei unbedingt erforderlich zum Schutz der Ittenbacher Bürger und aus Umweltschutzgründen. Auch von den zuständigen Straßenbaubehörden würde der Bau der Südtangente befürwortet, sagte Hank.
Bildunterschrift:
Die Petition der Ittenbacher Bürger wurde vom Vorsitzenden des VVI, Rolf Görres, rechts, an Bürgermeister Günter Hank im Königswinterer Rathaus übergeben.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.