Aufnahme: 1982

Verkehrs- und Verschönerungsverein als Sprecher der Bürger

Ittenbacher fordern Bau der Südtangente

Bürgermeister Hank ehrte Sieger im Blumenschmuck-Wettbewerb

Mit diesen Überschriften berichtete ein Zeitungsartikel:

Ittenbach: (ül) Zum Schutz der Landschaft im Naturpark „Siebengebirge“ fordern die Bürger des Königswinterer Stadtteils Ittenbach den baldigen Bau der seit Jahren geplanten Südtangente. Die Bewohner des Luftkurortes befürchten, daß durch die Immissionen der vielen Kraftfahrzeuge, die die L 331 zwischen Ittenbach und Königswinter befahren, vor allem die Landschaft im reizvollen „Mirbesbachtal“ zerstört wird. Dies erklärte der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins (VVI), Rolf Görres, mit großem Nachdruck in einer Versammlung im Gasthaus „Zur alten Post“, bei der die Sieger des diesjährigen Fenster- und Hausblumen-Wettbewerbs und des Vorgarten-Wettbewerbs durch Bürgermeister Günter Hank in würdiger Form geehrt wurden.
Görres betonte, daß es unerträglich geworden sei, die Verkehrsbelastungen zu ertragen. Es sei unverantwortlich, daß der gesamte Zubringerverkehr zwischen der Bundeshauptstadt und der Autobahn Köln-Frankfurt durch Ittenbach geführt werde. Deshalb müsse schnellstens die Verbindung zwischen der Südbrücke und der Autobahn Birlinghoven gebaut werden. Görres verschwieg nicht, daß auch der Bau des Ennerttunnels einen Eingriff in die Landschaft bedeute. Doch seien die Ausgaben für die Südbrücke und den Ramersdorfer Knoten sinnlos, wenn nicht die Verbindung zur Autobahn hergestellt werde.
Bürgermeister Günter Hank versicherte, daß er wie auch der gesamte Stadtrat die Sorgen der Ittenbacher teilten. Auch er bedaure, so Hank, daß der gesamte Zubringerverkehr durch das reizvolle Siebengebirge geführt werde. Stadtrat und -verwaltung würden sich auch künftig mit Nachdruck für den Bau der Südtangente einsetzen. „Wir stehen mit dieser Forderung nicht allein“, betonte Hank. Der zuständige CDU-Bundestagsabgeordnete, Dr. Franz Möller, so hob Hank hervor, habe ja erst kürzlich einen erneuten Vorstoß zum Bau der Südtangente unternommen. Er werde auch in Zukunft ein echter Fürsprecher für die Wünsche der Königswinterer sein.
Hank nahm auch die Ehrung der Wettbewerbssieger vor. Diese wurden mit Geldpreisen und Blumensträußen belohnt. Insgesamt nahmen 40 Ittenbacher an den Wettbewerben teil, deren Sieger von einer unabhängigen Jury ermittelt worden waren. Die Bewertungen wurden im Frühjahr und im Sommer vorgenommen. Mit dem ersten Preis wurde der Vorsitzende des VVI, Rolf Görres, in beiden Wettbewerben bedacht. Görres verzichtete. Doch bat er Bürgermeister Hank und Ratsmitglied Peter Jungbluth, dafür zu sorgen, daß der einzige noch im Ortsteil Döttscheid vorhandene Brunnen in Ordnung gebracht werde.
So wurde der erste Preis im Fenster und Hausschmuckwettbewerb an Mathias Schumacher vergeben. Liesel Heider erhielt den zweiten und Louise Palm den dritten Platz. Louise Palm war es auch, die im Vorgarten-Wettbewerb den ersten Platz belegte. Alois Bollig wurde hier Zweiter und Paul Weißenfels Dritter. Alle übrigen Wettbewerbsteilnehmer erhielten Gutscheine zum Kauf von Blumen und Pflanzen oder Blumendünger.
Bürgermeister Hank, der zum ersten Mal die Wettbewerbssieger auszeichnete, hob hervor, daß es für ihn immer wieder eine besondere Freude sei, wenn er „Ittenbach blühen sehe“. Der Wettbewerb des VVI sei ein Teil der Heimatpflege, die er den anderen Stadtteilen nur empfehlen könne. „Wir wohnen in einer gottbegnadeten Gegend, um deren Schönheit uns viele Menschen beneiden“, führte der erste Bürger der Stadt aus. Er forderte dazu auf, den Heimatgedanken bei der Jugend wach zu halten. Dem VVI und den Wettbewerbs-Teilnehmern zollte Hank uneingeschränktes Lob und übermittelte ihnen auch den Dank des Stadtrates.

Vom selben Anlass ein Bild aus der Bonner Rundschau vom 4. November 1982

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Annette Hirzel
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