Wir wohnen in einer gottbegnadeten Gegend

Aufnahme: 1982

Wir wohnen in einer gottbegnadeten Gegend

Preisverleihung im Blumenschmuckwettbewerb

Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:

"Blumen das ganze Jahr hindurch". Zahlreiche Dias zeigte der Vorstand des Verschönerungsvereins Ittenbach in der Gaststätte "Alte Post". Dabei wurde immer wieder betont, und die Besucher konnten sich anschaulich davon überzeugen, daß in Ittenbach das ganze Jahr hindurch Blumen blühen. Dieser "blumige" Vortrag wurde eingebettet in die Siegerehrung für den diesjährigen Blumenschmuck- sowie Fenster- und Hausschmuck-Wettbe- werb. Rund 40 Ittenbacher beteiligten sich. Bürgermeister Günter Hank nahm die Ehrung vor. Sieger in den beiden Wettbewerben wurde der Vereinsvorsitzende Rolf Görres. Doch er verzichtete auf die ausgesetzten Geld- und Blumenpreise. Dafür bat er die Stadt, doch die Wasserzapfstelle in Döttscheid, die mit der Zeit verkommt, doch zu renovieren. Günter Hank und sein Ratskollege Peter Jungbluth wollen sich im Rat, wenn auch die Finanzen sehr knapp sind, für die Verwirklichung dieses Wunsches einsetzen.

Im Vorgartenschmuckwettbewerb siegten Luise Palm, das Ehepaar Alois Bollig und Paul Weißenfeld. Über die ersten drei Preise im Fenster- und Hausschmuckwettbewerb freuen sich Senior Matthias Schumacher, Liesel Heider und Luise Palm. Bürgermeister Hank würdigte die Initiative der Bürger von Ittenbach und Heisterbacherrott, die seit einigen Jahren diese Wettbewerbe durchführen. Er lobte die Bevölkerung, der die Pflege der Heimat noch etwas wert ist. Zustimmung fand der Bürgermeister bei der Versammlung, als er bemerkte, daß man in einer gottbegnadeten Gegend wohne. Es sei die Aufgabe aller, den Heimatbegriff bei den Alten wachzuhalten und bei den jüngeren Einwohnern zu wecken. Seine tiefe Besorgnis äußerte der Vorsitzende Rolf Görres über die Zurückstellung der Priorität des Ennerttunnels. Er befürchtet, wenn diese Straßenverbindung mit Anbindung an die Autobahn Köln-Frankfurt nicht gebaut wird, daß besonders nach der Fertigstellung der neuen B 42 mit einem Verkehrschaos im Siebengebirge, besonders auf der L 331 von Königswinter nach Ittenbach zu rechnen sei. Der Berufsverkehr und der Sonntagsverkehr würde für Menschen und Umwelt unerträglich. "Dann hätten wir in unserem schönen Gebiet keinen grünen Frühling, sondern einen stummen Frühling." Hank versprach, sich für die Verwirklichung des Ennerttunnels einzusetzen, meinte aber, daß, wenn überhaupt, der Bau in den nächsten Jahren wohl nicht infrage käme, weil die Staatskassen leer sind.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung von Juli 1982
Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt
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