Aufnahme: 1984

Diamantene Hochzeit von Bruno und Alice Heinze

Im Finanzamt lernten sie sich kennen

Unter dieser Überschrift berichtete die Siebengebirgs-Zeitung:

Beide waren sie beim Finanzamt in Oppeln beschäftigt: Bruno Heinze und Alice geborene Peters. Dort lernten sie sich 1921 kennen und lieben. Drei Jahre später gaben sie sich in Oppeln das Ja-Wort. Jetzt feiert das Paar in seiner neuen Heimat, Ittenbach, Pfarrer-Klais-Weg 13c, das Fest der diamentenen Hochzeit.

Am 1. Oktober 1901 erblickte der Diamanthochzeiter in Groß-Strehlitz in Oberschlesien das Licht der Welt. Nach seinem Schulbesuch beschäftigte er sich berufsmäßig mit der Finanzpolitik und schlug die Laufbahn eines Finanzbeamten ein. Seine erste Stel- le hatte er als Steuersupernumerar bei der Preußischen Veranlagungskommission. Bis zu seiner Pensionierung brachte er es bis zum Oberregierungsrat im Bundesfinanzministerium. Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Stationen seiner Laufbahn waren nach Groß-Strelitz Oppeln, Breslau und Troppau. Obwohl unabkömmlich gestellt, meldete er sich aus verschiedenen Gründen am 23. Februar 1943 freiwillig zum Militär. Ende des Krieges geriet Bruno Heinze noch in russische Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung schrieb. er der Schwester seiner Frau, die in Würzburg wohnte, einen Brief. Doch die Schwester war ausgebombt und hatte in Haßfurt eine neue Wohnung gefunden.

Die findige Post sandte diesen Brief nach und, was Bruno Heinze nicht wußte, seine Frau hatte als Vertriebene dort ein Dach über dem Kopf gefunden. So konnte Bruno seine Alice an seinem 46. Geburtstag wieder in die Arme schließen. Der Ehe entstammte eine Tochter, die aber gleich nach der Geburt verstarb.

Bruno Heinze war viele Jahre Vizepräsident des Bundes der „Landsmannschaft Schlesien" und gehört der Landsmannschaft der Oberschlesier sowie des Vereins „,Haus Schlesien" an. In Jugendjahren war der Diamanthochzeiter begeisterter vielseitiger Sportler. Diamanthochzeiterin Alice wurde in Breslau am 25. April 1896 geboren. Ihr Hobby war auch der Sport und heute das Sticken. Viele Sofakissen und gestickte Bilder an den Zimmerwänden zeugen von ihrer Kunst. In der katholischen Kirche findet am Donnerstag um 15 Uhr ein oekumenischer Gottesdienst statt, denn sie ist evangelisch und er katholisch. Danach feiert das Paar im Familienkreise in der „Villa Käthe”. Abends gratulieren die Ortsvereine. Bereits am Mittag werden zur Gratulation Bürgermeister Günter Hank, Stadtdirektor Schmitz und Landrat Becker erscheinen.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 38 vom 20.09.1984
Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt
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