Aufnahme: 1979

"Goldene" im Haus David

Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete von der Goldhochzeit von Maria und Otto David:

Ein Henkelmännchen war schuld, daß sich Otto David und Maria Winterscheidt kennen und lieben lernten. Als die Landstraße von Oberpleis nach Königswinter gebaut wurde, war der Jubelhochzeiter bei einer Kölner Straßenbaufirma beschäftigt. Sein Schachtmeister war der Vater der heutigen Jubelbraut. Jeden Mittag mußte Anna ihrem Vater das Essen in einem Henkelmännchen zur Baustelle bringen. Dabei lernten sich die heutigen Goldhochzeiter kennen. Beide erklärten schmunzelnd "Es war Liebe auf den ersten Blick".

Am 5. Juli feierten beide das Fest der goldenen Hochzeit mit einem Dankamt in der Ittenbacher Wallfahrtskirche, zelebriert von Pfarrer Heinrich Hambüchen. Danach feierte man in der Gaststätte Siebertz. Dort gratulierten auch abends die Ortsvereine. Gesanglich erfreuten die Eintracht-Sänger und der Kirchenchor das Jubelpaar. Das Bläserkorps wird zu einem späteren Zeitpunkt dem Jubelpaar ein Ständchen bringen, da viele Musikanten zur Zeit in Urlaub sind.

Seit 50 Jahren wohnt das Paar in der Gräfenhohner Straße 63. 1929 wurde in der St.-Remigius-Kirche in Bonn der Bund fürs Leben geschlossen.

Der Jubelhochzeiter erblickte am 5. Januar 1905 in Paulshof bei Angerburg in Ostpreußen das Licht der Welt. Doch ist er inzwischen Rheinländer geworden. Er beherrscht den rheinischen Dialekt genau so wie seine heimatliche ostpreußische Mundart.

Otto David kam bereits 1929 in der Zeit der Arbeitslosigkeit durch Vermittlung von Verwandten ins Rheinland. Nach dem Bau der Landstraße Oberpleis Königswinter war Otto David viele Jahre bei den Lemmerzwerken und später bei der Drachenfelsbahn als Schaffner beschäftigt. In seinen Jugendjahren war Otto David aktiver Turner im TuS 05 Oberpleis. Heute arbeitet er gerne in seiner Werkstatt. Dort repariert er für Bekannte Fahrräder und auch Autos.

Neben ihrem Mann liebt Maria David ihren Blumengarten und die Laube. Jubelbraut Maria wurde am 9. August 1907 in Niederdollendorf geboren. Sie geht jeden Freitag nach Oberpleis zum Einkauf. "Anschließend trinke ich eine Tasse Kaffee und esse ein Stück Kuchen in einem Café. Das gehört zu meinem Lebensabend. Das Geld muß bei mir nicht in die Wirtschaft, sondern ins Café."

Der Ehe entstammen zwei Söhne und zwei Töchter, davon leben heute noch ein Sohn und eine Tochter. Zu den Gratulanten gehörte auch ein Enkelkind. Am Tage nach der Goldhochzeit feierten Otto und Maria mit der Nachbarschaft.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 28 vom 13.07.1979
Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt
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