Nach seiner Wiedergründung 1949 nahm sich der VVI viel vor

Aufnahme: 1949

Nach seiner Wiedergründung 1949 nahm sich der VVI viel vor

"Am 12. Oktober 1949 trafen sich im Haus Broich Bürger des Ortes Ittenbach, um einen `Verkehrsverein´ zu gründen. `Erschienen waren neben dem Ortsbürgermeister, dem Pfarrer und der Lehrerschaft Vertreter aller Stände´, verzeichnet das Protokoll. Es ´kam der allgemeine Wunsch nach Wiedergründung des Verkehrsvereins zum Ausdruck´." So steht es in der Festschrift des VVI zum 50jährigen Bestehen 1999 (siehe im Museum Raum Schriften, S. 2). Dort ist auch die Vorgeschichte des ca. 1925 gegründeten Vereins nachzulesen, der unter der nationalsozialistischen Diktatur aufgelöst worden war.

Eine besonders dringende Aufgabe gleich nach seiner Wiedergründung ergab sich für den Verein, weil die englische Besatzungsmacht nach dem Krieg das Hotel Margarethenhof beschlagnahmt und "als Wohnungen für die Familien der Mitglieder der Hohen Kommission in Benutzung genommen" hatte (siehe im Museum Datensatz 6751). Vom März bis November 1945 war das ehemalige Hotel durch amerikanische Truppen belegt worden. Danach waren hier Flüchtlinge einquartiert worden.

"Im Hotel Margarethenkreuz fand die erste Mitgliederversammlung des wiedergegründeten Verkehrs- und Verschönerungsvereins Ittenbach im Siebengebirge unter seinem 1. Vorsitzenden Lehrer Schillings statt", berichtet der Bonner Generalanzeiger vom 29.11.1949. "Organisatorische Fragen wurden geregelt und Stellung zu akuten Fragen genommen, die im Interesse des Fremdenverkehrs im Siebengebirge eine Klärung erfahren müssen. Die Aufgaben der Winterregelung wurden festgelegt und weitere Vorstandsmitglieder gewählt. Durch erleichterte Beitragszahlung will man einen möglichst großen Mitgliederkreis bedingen, eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit des Vereines."

An dieser Voraussetzung hat sich bis heute nichts geändert.

Schon am 23. November 1949 hatte der General-Anzeiger berichtet, dass der Verein sich bei einer Versammlung im Margarethenkreuz "zum Sprecher der Bevölkerung des Siebengebirges" gemacht und protestiert hatte "gegen die Beschlagnahme des Hotels Margarethenhof für Zwecke der Kontrollkommission", deren Entwicklung "Besitzer Spindler" (Rolf Spindler war der Sohn des verstorbenen Käufers Max Spindler und seiner Frau Marie) schilderte. "Eine Unterzeichnung des ihm durch die Besatzungsmacht zugestellten Beschlagnahmebefehls habe er abgelehnt. Die Bemühungen des Bundeskanzlers Adenauer, des Ministerpräsidenten Arnold und des Landrates Etzenbach seien bisher erfolglos gewesen. Durch die Beschlagnahme würde der Fremdenverkehr im Siebengebirge gelähmt und damit die Existenz der größtenteils davon lebenden Bevölkerung ernstlich bedroht. Seit der Wiederaufnahme des Hotelbetriebes vor sechs Monaten seien mit den bisher zur Verfügung stehenden 18 Betten 1656 Uebernachtungen erzielt worden und habe allein das Dorf Ittenbach Aufträge in Höhe von 20 000 DM erhalten... Oberstaatsanwalt a.D. Rudolph hielt einen Protest für zweckmäßig. Er erklärte, daß für die Beschlagnahme keinerlei Rechtsgrundlage bestehe, das deutsche Grundgesetz stehe sogar im Gegensatz dazu. Er legte eine Protestschreiben vor, das einstimmig gebilligt wurde und allen deutschen Parteien, der Bundeskanzlei und dem Justizministerium zugestellt werden soll. Der bekannte Rechtsanwalt Dr. Conradi referierte über die völkerrechtliche Seite der Beschlagnahme. Eine Kommission wurde mit der juristischen Ausarbeitung des Protestschreibens beauftragt. Ausdrücklich wurde auf die erhöhte Bedeutung des Siebengebirges als "Grunewald der neuen Bundeshauptstadt" hingewiesen. Amtsbürgermeister Leven will ebenfalls einen energischen Protest unterschreiben."

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