Aufnahme: 1973

Musikfest-Wochenende mit dem Ittenbacher Bläsercorps 1973

Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete begeistert von einem Musikfest an einem Augustwochenende 1973, an dessen Vorbereitung "alle Aktiven ... maßgeblich beteiligt" waren, allen voran das Ittenbacher Bläsercorps unter Willi Halm, aber auch die Blockflötenschar unter der damaligen Rektorin Anneliese Köster.

Da es in der Zeitung leider kein Foto gab, ist hier ein Ausschnitt eines Fotos mit dem Ittenbacher Bläsercorps vom Juli 1973 bei der Primiz von Wolfgang Ockenfels beigefügt. Das komplette Foto finden Sie im Museum im Datensatz 1210.

Hier der Artikel aus der Siebengebirgs-Zeitung:

Musikfest 1973 des Ittenbacher Bläsercorps

Man sollte es kaum glauben: Laien veranstalten ein Musikfest! Es gehört schon eine Portion Mut dazu, den Gedanken an solch eine Veranstaltung nicht nur zu publizieren, sondern einfach zu planen und dann durchzuführen. Da waren an diesem Werden nicht nur ein paar Männer schuld. Hier war die gesamte Gemeinschaft, das heißt alle Aktiven, an den Vorbereitungen maßgeblich beteiligt. Und es kann nur dazu kommen, wenn jeder die innere Bereitschaft mitbringt, auch vorher alles zu tun und dazu gehören die unzähligen Probenabende um einem musikalischen Fest in dieser Größenordnung in allen Teilen den richtigen Rahmen zu geben.

Auch in diesem Jahre ist dies wiederum dem Ittenbacher Bläsercorps vollends gelungen. Und ohne eine besondere Lobeshymne anzustimmen, stellte der Besucher ganz nüchtern fest: Die Männer haben sich musikalisch enorm gesteigert. Wer an diesem Konzertabend im großen Saale des Gasthofes „Zur alten Post“ dabei war, ging nachher zufrieden nach Hause. So konnte der neue Vorsitzende Wilhelm Höcker vor ausverkauftem Hause viele Freunde und inaktive Mitglieder aus nah und fern begrüßen. Seine besonderen Grußworte richtete er an Frau Rektorin Köster mit ihrer Blockflötenschar, an den Dirigenten des Kirchenchores, Herrn Josef Block, an den Beigeordneten der Stadt Königswinter, Herrn Lichtenberg, sowie an alle Ortsvereine. Dabei brachte Herr Höcker weiterhin zum Ausdruck, daß die bisherige Zusammenarbeit immer mehr Früchte trage zum Wohle aller Ittenbacher. Danach übernahm in fast altbewährter Weise Joachim Bungart die Programmansage.

Es wäre Wasser in den Rhein getragen, wenn sämtliche Piecen, die zu Gehör gebracht wurden, man hier nun einzeln zerpflücken würde. Der Name und das Können ihres Dirigenten, Willi Halm, bürgen schon für Qualität. Doch einiges sollte man nicht unerwähnt lassen: In diesem Jahre versuchte sich das Ittenbacher Bläsercorps teils solistisch, und dies aus den eigenen Reihen. Wenn Leo Krieger als Solist in „Der Baßkarle", einer Polka für Baßsolo, auftrat, so war das schon eine beachtenswerte Leistung. Dazu wurde im zweiten Teil des Konzertes von K. Pfortner „Posaunen im dreiviertel Takt“, Solo für 3 Posaunen, hervorragend dargebracht. An dieser Wiedergabe waren besonders die drei Solisten Otto, Höcker und Arz dazu auserwählt, durch ihre saubere Spielweise und ihre präzisen Einsätze diesem Stück zu seinem großen Erfolg zu verhelfen. So war dieser Abend in seiner musikalischen Zusammenstellung, und man darf dies ruhig aussprechen, gekonnt. Deshalb nochmals Dank allen Bläsern und ihrem langjährigen Dirigenten Willi Halm.

Doch bevor dieser Bericht über den gelungenen Konzertabend zu Ende geht, darf man die Blockflötenschar, bestehend aus Ittenbacher Mädels und Jungens, nicht vergessen. Was diese Jugend unter der Leitung ihrer Rektorin, Frau Köster, zu Gehör brachte, war so erfrischend und erbauend, daß die Ittenbacher stolz auf eine solche Jugend sein können. Und dies geschieht und geschah, man möchte es in den heutigen Zeitläufen fast ein Wunder nennen, im Zeichen der Technik, des Radios, des Fernsehens und der Mondbesteigungen.

Am anderen Tage, dem Sonntagmorgen, hatte das Ittenbacher Bläsercorps in der Pfarrkirche die musikalische Gestaltung des Hochamtes übernommen. Genau wie im Vorjahre hatten die Männer des Corps vor dem Hochaltar Aufstellung genommen und übernahmen für den ganzen Gottesdienst die Aufgaben der Orgel. Mit welcher Verinnerlichung gespielt wurde, zeigte sich bei der Ergriffenheit aller anwesenden Gläubigen. So gab auch Pfarrer Hambüchen in seiner Predigt zum Ausdruck, daß diese Besonderheit innerhalb der Kirche Beispiel werde zum Zusammenhalt der Gemeinde. Er fühle sich daher glücklich, solch ein Bläsercorps in seiner Gemeinde Ittenbach zu wissen. Der Abschluß des Hochamtes klang aus in dem gemeinsamen Gesang „Die Himmel rühmen" von Beethoven.

Nach dieser kirchlichen Feier ging es unter Vorantritt des Bläsercorps und viele Schaulustige schlossen sich an auf den festlich geschmückten Schulplatz. Ein allgemeines Ah kam von den Lippen der Besucher. Hier schien man für das zum Mittag stattfindende Kinderfest an alles gedacht zu haben. Hier wurde wie beim ZDF fleißig auf ein Fußballtor geschossen. In einer Wurfbude purzelten die Blechbüchsen zur Freude der Jugend und zum Leidwesen derer, die sie immer wieder aufstellen mußten! Und das alles bei diesem schönen Wetter und der großen Hitze. Auch mußten Pfeile ins Ziel gebracht werden, und das Treffen und Einschlagen der Nägel wurde nur von den Geschicktesten gemeistert. Selbst erwachsene Teilnehmer hieben oft daneben. Selbst Pferd und Wagen, beladen mit fröhlichen Kindern, machten ihre Spazierfahrt auf dem Schulhof. Dazu hatten die Mitglieder und viele Freiwillige ein offenes Halbrundzelt gebaut, das den Erwachsenen Kühlung brachte. So ließ es sich dort besonders gut sitzen, zumal die Frauen der Bläser es sich nicht nehmen ließen, das erfrischende Naß - es gab es in jeder Form - zu servieren. Selbstverständlich wurden auch wieder Hähnchen, Koteletts und Bratwürste am Spieß und auf dem Grill für alle Hungrigen feilgehalten. Aber dazu spielte am Morgen zu diesem sogenannten Frühschoppen ohne Unterlaß das Ittenbacher Bläsercorps. Doch am Nachmittag waren wieder die musikalischen Freunde die „Bläserfreunde aus Niederdollendorf" und die „Bergklänge" aus Heisterbacherrott zugegen und verschönten das Kinderfest mit ihren zackigen Weisen. Dazu gesellte sich noch der Fanfarenzug aus Thomasberg, der nicht nur aufspielte, sondern auch dem vielen Volke das altüberlieferte Fähndelschwenken vorführte. Selbst die hohe Stadtverwaltung in der Person des allbeliebten Bürgermeisters Hank mit Kind und Kegel war mit von der Partie. Gemeinsam mit Dr. Faßbender beteiligten sie sich am Ballonsteigen lassen.

Der Dank gebührt allen, die nicht nur geplant und fleißig geworben haben, sondern all den auch Unbenannten, die im Schweiße ihres Angesichtes praktisch mit Hammer und Säge den Aufbau auf dem Schulplatz fertigten.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 33 vom 17.08.1973
Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt
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