Historie der Ittenbacher Feuerwehr

Aufnahme: 1907

Historie der Ittenbacher Feuerwehr

90 Jahre Feuerwehr Ittenbach

Unter dieser Überschrift berichtete die Siebengebirgs-Zeitung:

Um die Jahrhundertwende lag der Brandschutz in Ittenbach noch sehr im Argen. Es war zwar eine kleine, von der Gemeinde beschaffte Druckspritze vorhanden, es fehlte aber eine ausgebildete und organisierte Mannschaft. Daher wurde im Jahre 1905 auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Kreitz aus Königswinter, der gleichzeitig Bürgermeister des Amtes Königswinter-Land war, eine Pflichtfeuerwehr mit 40 Mitgliedern gebildet. Wie zu jener Zeit üblich, herrschte auch in der Pflichtfeuerwehr militärischer Drill. 

Otto Land, der als ungedienter junger Mann zum Leiter der Wehr bestellt worden war, hatte daher eine sehr schwere Aufgabe zu bewältigen. Mit der Auflösung der Pflichtfeuerwehr im Jahre 1907 beginnt gleichzeitig die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Ittenbach, die jetzt ihr 90jähriges Bestehen feiern kann. 

1907 wurde auf dem Ittenbacher Marktplatz unter Leitung von Bürgermeister Kreitz eine öffentliche Versammlung abgehalten, in deren Verlauf sich 26 Männer für den Ehrendienst in der Freiwilligen Feuerwehr meldeten. Otto Land wurde wieder zum Brandmeister bestellt, doch diesmal aufgrund einer vorausgegangenen Abstimmung. Die Wehr wurde in drei Abteilungen gegliedert und Peter Büllesfeld, Friedrich Halm und Clemens Leven zu Leitern gewählt. Leven nahm gleichzeitig die Aufgaben des stellvertretenden Brandmeisters wahr.  

Schon damals wurde die Geselligkeit gepflegt. Auf Initiative von Friedrich Halm wurden jährlich Theaterspiele von der Feuerwehr aufgeführt. Diese Tradition ist bis heute lebendig geblieben. Kurz nach der Gründung stellte sich heraus, daß für die Brandbekämpfung eine Reihe von notwendigen Gerätschaften fehlte. Mit Zuschüssen der Gemeinde, aber auch mit eigenem Geld der Mitglieder, konnten nach und nach die nötigsten Geräte und Uniformen angeschafft werden. Ein auswärtiger Brand, bei dem die Ittenbacher halfen, gab Anlaß zur Anschaffung einer Schlauchkarre. 

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges brachte es mit sich, daß fast alle Feuerwehrmitglieder einberufen wurden. 1919, nachdem viele gefallen waren oder aus Altersgründer der Wehr nicht mehr zur Verfügung standen, wurden junge Männer aufgenommen und die Zahl von 26 (mehr Uniformen gab es nicht) konnte wieder erreicht werden. Drei Jahre später fand erstmals in Ittenbach ein Kreisfeuerwehrtag statt. Von der Siegburger Wehr erhielten die Ittenbacher eine ältere Druckspritze. 1922 wurde auch das Tambourcorps der Feuerwehr gegründet, das aber nur bis 1939 bestand.  

Mit dem Jahr 1933 begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Feuerwehr. Die Freiwilligkeit verschwand mehr und mehr. Der zweite Weltkrieg brachte einen erneuten  Rückschlag. Noch im Kriegsjahr 1945 wurde aber mit dem Wiederaufbau begonnen. In dieser Zeit wurde Karl Haacks mit der Führung der Wehr betraut. Im Jahre 1964 wurde eine Motorspritze angeschafft und eine Unterkunft in der Volkschule geschaffen. 1956 erhielt die Feuerwehr Ittenbach ihr erstes Löschfahrzeug. 1967 wurde Georg Löbach neuer Leiter der Wehr. Haacks wurde zum Ehrenoberbrandmeister ernannt. 

Im Jahre 1969 konnten die Wehrmänner ein Tanklöschfahrzeug als erstes Großfahrzeug übernehmen. 1969, nach der kommunalen Neuordnung, nun Stadt Königswinter, bildete die Löschgruppe Ittenbach zusammen mit den Löschgruppen Thomasberg, Heisterbacherrott  (jetzt Löschgruppe Ölberg) und Oelinghoven den Löschzug II. 1970 wurde das Feuerwehrgerätehaus fertiggestellt. Ein Rüstwagen wurde 1975 in Dienst gestellt, da die Ittenbacher Wehr auch für Unfälle auf der Autobahn zuständig wurde. Georg Jungbluth leitet heute die Löschgruppe Ittenbach. Auch die Jugendfeuerwehr kann in diesem Jahr auf ein kleines Jubiläum zurückblicken, denn sie wurde vor 30 Jahren gegründet. Ihre ersten Mitglieder waren: Karl Löbach, Richard Leven, Norbert Christen, Harald Georgi, Ulrich Betten, Karl-Heinz Klemt, Rudi Leven, Wolfgang Schmidt und Claus Lorbach.

Quelle
Text: Siebengebirgs-Zeitung vom 21.08.1997
Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt
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