Aufnahme: 2025

Motorsport im Siebengebirge, ab 1927 auf dem Nürburgring

In der Ausstellung "Rasant durchs Siebengebirge" (Dezember 2025 bis Mai 2026) im Siebengebirgsmuseum Königswinter hat die Kuratorin Kathrin Heitmann viele Informationen zur Geschichte der Mobilität im Siebengebirge zusammengetragen.

Interessant ist dabei auch, dass die Bergrennen zum "Goldenen Kranz vom Siebengebirge", die seit 1922 im Siebengebirge veranstaltet wurden, ab 1927 auf den Nürburgring verlegt worden sind. Mehr Informationen dazu finden Sie hier auch im Raum "Verkehr", Vitrine "Motorsport".

Hier einige Texttafeln zur Ausstellung im Siebengebirgsmuseum Königswinter:

MOTORRAD

Als motorisierte Version des Radrennens wurden Motoradrennen im Rahmen von sportlichen Wettkämpfen, wie den "Ersten Rheinischen Heimatspielen" 1925 beliebt. Auch das Siebengebirge war damals Austragungsort für eine Vielzahl rasanter Wettkämpfe. Organisiert wurden solche Rennen von ADAC-Ortsgruppen. Für die Geschwindigkeits-, Geschicklichkeits- oder Zuverlässigkeitsfahrten stellten vielerorts Hersteller ihre Motorräder zur Verfügung, um die Vorteile ihrer Produkte zu demonstrieren. Oft waren es schon damals die Unternehmer selbst, die mit ihren Werkstattmitarbeitern die Rennen bestritten. Als "Firmenfahrer" traten diese in einer eigenen Wertung neben der Gruppe der nichtkommerziellen Einzelfahrer (Amateure) an.

Besondere Aufmerksamkeit erfuhren die Gewinner des "Goldenen Kranz vom Siebengebirge" - dem seinerzeit bekanntesten Bergrennen, das ab 1922 ausgetragen wurde. Zahlreiche Unfälle bei allzu wagemutigen Fahrern oder unachtsamen Zuschauern, die sich während des Rennens auf die Strecke wagten, waren neben dem Naturschutz die Hauptgründe, weshalb die bedeutenden Rennen des Siebengebirges ab 1927 auf dem gerade fertiggestellten Nürburgring weitergeführt wurden. Nach dem Krieg lebte der Sport mit kleineren Rennen oder Geschicklichkeitsfahrten vorübergehend auch in den Orten des Siebengebirges wieder auf.

AUTOMOBILE

Seit dem frühen 19. Jahrhundert gab es viele Versuche, einen Wagen ohne Pferd zu bauen und zahlreiche kleinere Erfindungen trugen dazu bei, eine Dampfmaschine mit einer Kutsche zu kombinieren. Die Geburtsstunde des Automobils mit Verbrennungsmotor war schließlich die Patentanmeldung von Carl Benz für den sogenannten Patent-Motorwagen Nummer 1 am 29. Januar 1886. Die darauf folgende industrielle Massenproduktion wurde zunächst von den USA geprägt. In Deutschland waren es dagegen kleine Tüftler-Werkstätten und mittelständische Betriebe, die besonderen Wert auf Sportlichkeit der Fahrzeuge legten und eine Weiterentwicklung in der Produktion anstrebten. Zudem etablierten sich hier spezialisierte Zuliefererbetriebe. In den 1930er Jahren war Deutschland schließlich zum größten Produktionsland für Autos geworden und hielt das Niveau auch nach dem Krieg. In der Region waren es die Gebrüder Lemmerz, die 1903 ihr erstes selbstgebautes Auto vorführten: einen Zweisitzer mit Renault-Motor. Simon Lemmerz gewann 1907 damit sogar beim Eifelrennen Gold. Mit ihrer Firma spezialisierten sich die Brüder dagegen bald auf die Produktion von Felgen, die sie zu einer Weltmarke machten und die noch heute unter Maxion Wheels hergestellt werden.

EISENBAHN

Bereits mit der Verlängerung der linksrheinischen Eisenbahnstrecke der Bonn-Kölner-Eisenbahngesellschaft 1855 von Bonn nach Rolandseck wurde auch das Siebengebirge als Zielort ins Auge gefasst. Der aufkommende Tourismus und die Beliebtheit der Region bei Unternehmern, Fabrikanten und Rentiers für ihre Sommersitze versprachen nicht nur den Eisenbahnbetreibern, sondern auch den Gewerbetreibenden, Gastwirten und Hoteliers steigende Gewinne durch die verbesserte Erreichbarkeit. 1870 verband schließlich auch eine rechtsrheinische Strecke Koblenz mit Bonn, der Rhein wurde in Oberkassel mit Hilfe des Trajektes (einer Eisenbahnfähre) überquert. Die Orte des Siebengebirges waren nun von Nord und Süd bequem und schnell erreichbar.
Die vermehrten Halte führten allerdings zu verlängerten Fahrzeiten und zu Streitigkeiten zwischen den einzelnen Orten um die Halte der Schnellzüge. Vor allem Königswinter und Honnef konkurrierten um den Halt von Schnellzügen. Darüber hinaus entstanden nun Konflikte zwischen den einzelnen Verkehrsteilnehmern: Um eine möglichst freie Fahrt der Bahn zu gewährleisten, mussten Autofahrer oder Busreisende an Bahnschranken warten. Außerdem wurden beispielsweise mit Tunneln oder Brücken immer mehr Infrastrukturmaßnahmen nötig, die massiv ins Landschaftsbild eingriffen, um die Mobilität der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. 

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