Aufnahme: 1971

Goldhochzeit der Eheleute Brassel

Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:

Am heutigen Freitag feiern die Eheleute Wiemar Brassel und Frau Anna geb. Winterscheidt, Ittenbach, Gräfenhohner Straße 57, das Fest der goldenen Hochzeit.

Wiemar Brassel wurde vor 72 Jahren in Ittenbach geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er das Metzgerhandwerk, welches er mit ganz geringen Unterbrechungen bis zu seinem 65. Lebensjahr ausführte. Den ersten Weltkrieg erlebte der Goldhochzeiter an den Fronten in Frankreich und Rußland. 1920 kehrte er aus der französischen Gefangenschaft heim. Im zweiten Weltkrieg sorgte er für die Verpflegung seiner Kameraden an der russischen Front. Nach der Rückkehr bis zur Währungsreform beschäftigte er sich mit der Landumlegung. Nach dem Tag der Währungsreform arbeitete er dann wieder in seinem erlernten Beruf, zuletzt bei der Ittenbacher Metzgerei Haacks als Geselle.

Wiemar Brassel gehörte bis zum zweiten Weltkrieg als Trommler dem heute nicht mehr bestehenden Ittenbacher Tambourkorps an. Viele Jahre zählte die Ittenbacher Feuerwehr ihn zu den eifrigsten Mitgliedern. Heute gehört er der Altersabteilung an. Der überaus glücklichen Ehe entstammen zwei Töchter. Am Tage der goldenen Hochzeit gehören auch zwei Enkelkinder zu den zahlreichen Gratulanten. Da beide Eheleute aus Ittenbach stammen und zur gleichen Schule gingen, kennen sich Wiemar und Anna schon von Kindesbeinen an.

Anna Winterscheidt erblickte vor 73 Jahren in Ittenbach, und zwar in dem Hause, in dem das Jubelpaar heute lebt, das Licht der Welt. Nach dem Schulbesuch bis zur Hochzeit arbeitete sie einige Jahre als Haushälterin in einem Bauernhof und während des Krieges in der sogenannten Geschoßfabrik in Siegburg. Jubelbraut Anna ist Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft. Zu den Hobbys von Wiemar Brassel gehören die Gartenarbeit und das Kartenspielen. Anna macht gerne Reisen und versäumt kaum einen Sonntag, um mit ihrem Schwiegersohn eine Autotour zu machen. Auf diese Weise lernte sie nicht nur das Siebengebirge und seine Umgebung, sondern auch Luxemburg und Belgien kennen. Aber auch sie arbeitet gerne in ihrem kleinen Garten. "Und abends", so verriet sie unserem Mitarbeiter bei einem Besuch, gucken wir uns bei einer Flasche Wein das Fernsehprogramm - alles wie et kütt - an. Das Jubel- und Dankamt findet in der Ittenbacher Kirche statt.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 20 vom 14.05.1971
Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt
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