Aufnahme: 1970
Zerstörtes Kreuz in Ittenbach
Die Ittenbacher Bevölkerung ist empört. Bei Baggerarbeiten wurde ein Kreuz an der Heisterbacher Straße, Ecke Königswinterer Straße vollkommen zerstört. Die einzelnen Teile wurden in die nahegelegenen Parkanlagen geschleppt, wo sie wild herumliegen. Das Kreuz kann in seiner ursprünglichen Art nicht mehr aufgebaut werden, weil ein Achsenstück fehlt. Es ist auf einem Lastwagen abtransportiert worden. Die Bevölkerung vermutet eine mutwillige Zerstörung.
Die Inschrift des Steinkreuzes „Unter der Linde" deutet mit Sicherheit darauf hin, daß sich sein Standort einmal bei einem Wohnhaus befunden hat: „ZVE EHREN DER H 5 WVNTEN IST DVRCH ANORDNVUNG JOES SCHRODER VUND HELENA METZ DIESES CHRETZ AUFGERICHTET VON DEN ERBEN AO 1745".
Josef Schröder und Helena Metz waren Eheleute, die Ehefrau behielt ihren Mädchennamen bei. Der Familienname Metz hielt sich in Ittenbach bis in die Jahrhundertwende; der Name Schröder allerdings verliert sich um das Jahr 1800. Wer die nicht namentlich aufgeführten Erben sind, ist unbekannt. Ein Johann-Wilhelm Schröder oder Saröders wird um das Jahr 1750 als auf dem „Röttgen" und „Dörgesfeld" wohnhaft beurkundet. Man nimmt an, daß es sich bei ihm um einen Erben handelte. Bei ihrem Wohnhaus befand sich ein Baumgarten. Heute noch vorhandene Erdverschiebungen berechtigen zu der Annahme, daß sich ungefähr 100 Meter unterhalb des heutigen Thomashofes ein größeres Gehöft befunden hat. Aus der betreffenden Familie entstammt eine Maria Schröders, die um das Jahr 1758 als Ehefrau des Johann-Theodor Michels nachgewiesen wird mit Wohnsitz in dem heute noch erhaltenen Wohnhaus Königswinterer Straße 68. Dem Brauchtum und der Sitte gemäß verblieben bei Besitzwechsel die Kreuze den Erben als persönliches Eigentum. Die vorgenannte Maria mag als diejenige angesehen werden, die das Kreuz „Unter der Linde", welches zunächst auf ihrem elterlichen Wohnsitz errichtet war, in der Folge auf ihrem Anwesen an der „Gemeine Straß", der heutigen Königswinterer Straße, den jetzigen Standort geben ließ.
Das Kreuz fand immer seine Bewunderer, zumal es von zwei prächtigen Eiben umgeben war. Auch eine der Eiben wurde durch einen Sturm geknickt, so daß sie nicht mehr aufgestellt werden konnte. Die nun vernichtete Eibe (Taxusstrauch) fiel damals auch um, konnte aber wieder angepflanzt werden.
Ittenbach verlor also in diesen Tagen ein Stück Vergangenheit.
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