Aufnahme: 1945 (ca.)
Wie und wo Hubert Josef Leven am Kriegsende zu Tode kam
Aus den Aufzeichnungen „Meine Jugendzeit“ von Manfred Wilhelmy, Kapitel Kriegsende
Mein Nachbar Hubert Josef Leven, der am Oberen Rusterweg in der Fremdenpension Lahrhäuschen wohnte, machte sich Sorgen um seine Tochter Sophia, die nicht zu Hause war, als die Amerikaner 1945 nach Ittenbach vordrangen. Sie hatte einen verwundeten deutschen Soldaten zum Verbandsplatz begleitet, der sich im Hause der Familie Adolf Leven an der Königswinterer Straße befand. Das Telefonnetz funktionierte nicht mehr. Nachdem die Kampfzone sich offensichtlich talwärts verschoben hatte, machte Hubert Josef Leven sich auf den Weg, um die Tochter nach Hause zu holen. Diese kam zur Verwunderung der Mutter ohne den Vater fröhlich und unversehrt nach Hause.
Man ging daraufhin den Weg ab, den der Vater genommen hatte, und fand ihn tot am Boden liegend auf dem Pfad unterhalb des Hauses Dreidoppel. Diese Stelle konnte z.B. vom Gertrudenhof mühelos eingesehen werden, weil dort jeglicher Bewuchs fehlte, der als Sichtschutz hätte dienen können. Nur wenige Meter haben gefehlt, und der Hubert Josef Leven wäre in Sicherheit gewesen und nicht erschossen worden. Um die tragische Sache noch zu steigern, hatte man behauptet, ein deutscher Soldat habe den Herrn Leven erschossen. Der „Augenzeuge“ wurde nie genannt, wohl weil es den nie gegeben hat. Der Herr Leven war mit einer grünen Lodenjacke bekleidet und hat so einem deutschen Soldaten ähnlich gesehen. Das lässt vermuten, dass der tödliche Schuss aus einer amerikanischen Waffe kam.
Der Tote wurde nach Hause geholt und in der Gartenlaube neben dem Haus aufgebahrt, wo ich ihn tief gerührt und mit tiefem Bedauern in seiner vertrauten grünlichen Bekleidung letztlich liegen sah.
Das rote Kreuz im Bild bezeichnet die Stelle, an der H.J. Leven zu Tode kam.
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