Aufnahme: 1941
Der Flak-Scheinwerfer im Döttscheider Feld
Erinnerungen von Manfred Wilhelmy, aufgeschrieben im Jahr 2005:
Eines Tages, am Anfang des Jahres 1941, hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet, dass im Feld zwischen der Ittenbacher Kirche und Döttscheid ein Flak-Scheinwerfer aufgestellt worden sei.
Das war einmal eine interessante Neuigkeit. Also nichts, wie dort hin!
Da stand, wie gesagt worden war, tatsächlich ein erstaunlich großer Scheinwerfer in einem Erdloch, um das herum ein Erdwall lagerte. Neugierig schauten wir uns das Ding an und versuchten heraus zu bekommen, wie der Koloss bewegt und bedient werden würde. Bedauerlicher Weise konnte man nicht sehen, wie hell der Scheinwerfer leuchtete. Näher als bis zu dem Erdwall durften wir nicht heran kommen. Deshalb erlosch die Neugier an der Sache nach einiger Zeit. Übermut trieb uns zu Raufereien. In deren Verlauf ging ich rückwärts und stolperte über einen in dem Maulwurfhügel des Weidegeländes, fiel nach hinten und schlug mit dem Ellenbogen auf einen weiteren Maulwurfhügel mit dem rechten Arm auf. Dadurch wurde der Arm am Gelenk nach hinten überdehnt und ich schrie vor Schmerzen auf.
Das Armgelenk lief blau an. Einer der Soldaten hatte mein Gejammer gehört und eilte herbei. Aber der konnte mir nicht helfen. Zu Hause meinte meine Mutter, dass es notwendig sei, den "Knochenflicker" Schwipperich in Mehlem aufzusuchen, was anderen morgens dann auch unternommen wurde. Meine Mutter hatte einen Lappen, der mit essigsaurer Tonerde getränkt war, um den Arm gebunden. Inzwischen war das Armgelenk nicht nur blau, sondern auch noch dazu unförmlich geschwollen. Der Knochenflicker begann mit seinem dicken Daumen auf die Innenfläche meines armen Ärmchens zu drücken und zu massieren, dass ich wie am Spiess schrie.
Diese schmerzhafte Prozedur wiederholte sich in der Folge noch an mehreren weiteren Tagen, ohne dass sich der gewünschte Erfolg einstellte. Das Armgelenk blieb noch lange Jahre schadhaft und ein Andenken an den Besuch beim Scheinwerfer im Döttscheider Feld.
Die Flaksoldaten waren in der Nähe der Kirche einquartiert. Das war im Falle der Verletzung eines Jungen, der "Büb" gerufen wurde, günstig. Dessen Pflegemutter holte den Sanitäter der Soldaten, und der versorgte die Wunde. Diese hätte unversorgt Schlimmes bewirken können.
Zu den Erinnerungen an "Bübs" Unfall folgen Sie dem Link unten
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