Aufnahme: 1922 (
Das Ittenbacher Kriegerdenkmal wurde 1922 errichtet
Ursprünglich war es den Ittenbacher Gefallenen des Ersten Weltkrieges gewidmet und am 7. Mai 1922 eingeweiht worden. Nach 1945 wurde es zum Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege erweitert.
Den Bildstock aus Perlenhardter Trachyt mit einem Relief der schmerzhaften Gottesmutter hatte damals Heinrich Leven entworfen.
Von 1957 bis 2024 hatte der Männergesangverein Eintracht Ittenbach e.V. (MGV) zusammen mit den Ortsvereinen die Bürgerinnen und Bürger am Volkstrauertag zu einer Gedenkveranstaltung am Kriegerdenkmal eingeladen. Nach der Auflösung des MGV hat der Bürgerverein VVI e.V. Ittenbach ab 2025 die Organisation für diese Tradition übernommen.
Im Echo des Siebengebirges vom 23. Mai 1922 stand folgender Bericht:
ES 23.5.1922 Ittenbach (Siebengeb.), 22. Mai. Am Sonntag, den 7. Mai wurde in unserm stillen Gebirgsdörfchen ein sinniges Kriegerdenkmal eingeweiht. Im Mittelpunkte des Dorfes am Kreuzungspunkte von 4 Wegen war schon vor 200 Jahren ein Bildstock der schmerzhaften Mutter errichtet worden, welcher inzwischen verfallen war. Derselbe wurde nun nach einem Entwurf von Herrn Heinrich Leven in Königswinter in Perlenhardter Trachyt neu ausgeführt. Ueber dem schlichten Unterbau mit Gedenktafel der Gefallenen erhebt sich über der Abstellplatte eine Rundnische mit einem Relief der schmerzhaften Gottesmutter, darüber eine Abdeckung, welche mit dem Eisernen Kreuz abschließt. Das Ganze macht einen würdigen Eindruck und ist der Doppelzweck, eine Ehrung der für das Vaterland Gestorbenen und eine Huldigung der schmerzhaften Gottesmutter, der Patronin der Pfarrei Ittenbach, glücklich erreicht worden. An die kirchliche Einweihung schloß sich eine schlichte Feier im Saale des Herrn Karl Blesgen, welche durch nachfolgenden Prolog, verfaßt von Herrn Tony Metternich, Königswinter, eingeleitet wurde.
Hat je eine Mutter mehr Schmerzen ertragen,
Mehr Tränen geweint, als die Mutter des Herrn,
Die Mutter des Gottes, den alle verehren,
Die heut' hier versammelt von nah und von fern?
Vor zweihundert Jahr'n war ein Bildstein errichtet,
Zu ehren die Schmerzen, zu ehren das Leid,
Zu ehren die heiligste Mutter der Mütter:—
Er ist zerfallen im Laufe der Zeit.
Doch weil der schreckliche Krieg hat genommen
So mancher Mutter auch ihren Sohn,
Erstand dieser Bildstein im neuen Gewande,
Die Helden zu ehren, der Liebe zum Lohn.
Sie sind im Kampfe für Deutschland gefallen,
Als Helden, als Männer voll Stolz und voll Mut,
Sie haben für euch mit dem Tode gerungen,
Zu schützen euch alle vor feindlicher Wut.
Sie liebten euch alle, ihr Mütter und Väter,
Ihr Schwestern und Brüder, ihr Kinder, du Braut;
Drum wollen wir ihre Namen bewahren,
Die einst uns geklungen so lieb und so traut.
Drum soll euch dies Denkmal für ewige Zeiten,
Still trösten in eurem unsäglichen Leid,
Und spätern Geschlechtern mit Stolz erzählen,
Wie Deutschlands Söhne zu sterben bereit.
Und hängen die Wolken auch noch so dunkel
Ueber der Zukunft vom deutschen Land.—
O glaubt, sie sind nicht umsonst gestorben,
Auch Deutschland ersteht aus Schmach und aus Schand.
Und dann wird ein heiliges Leuchten erglänzen
Ueber dem Denkmal in feurigem Schein;
Und alle die Mütter der Schmerzen werden
Getröstet und ewig zufrieden sein.
Steht auf von den Sitzen— entblößt eure Häupter,
Und reicht euch in Wehmut und Hoffnung die Hand,
Und schwört stets die toten Helden zu ehren;
Nur so könnt ihr retten— das deutsche Land!
Weitere Fotos finden sich im Raum "Vereine" in der Vitrine "MGV".
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