Aufnahme: 1914

Sylvesterspaß 1914/1915 mit einem schönen Zeitungsbericht von 1911

Fröhliche Schlittenfahrt vor der Waldschenke Margarethenhof (auch Café Schönblick genannt), festgehalten in Paul Bachems Fotoalbum

Auch ein Foto von einer Schlittenfahrt auf der Löwenburger Straße vom Januar 1915 findet sich dort - siehe im Museum Datensatz 9964.

Dazu ein Zeitungsartikel aus dem "Echo des Siebengebirges" vom Januar 1911:

Königswinter, 18. Jan. Ueber den Verkehr im Siebengebirge am verflossenen Sonntage schreibt die „Köln. Volksztg.“ (Anm.: Kölner Volkszeitung):

W i n t e r s p o r t  i m  S i e b e n g e b i r g e.
Selten sind wohl im Siebengebirge so viele Menschen zusammen gewesen, wie am 15. Januar 1911. Ohne Zweifel sind ja an schönen Sommertagen mehr Leute dort, als heute, aber sie verkrümeln sich auf vielen Wegen und in vielen Restaurants, während jetzt der Verkehr sich auf wenige Punkte konzentriert. Aber dort war´s auch toll. Der Trajektzug Köln-Königswinter schon mittags 1 Uhr überfüllt, Billettklasse gleichgültig, Packwagen hochwillkommenes Beförderungsmittel. Auf den beiden Chausseen nach dem Margarethenhof geht und fährt es prozessionaliter hinauf und herunter, zweispännige Schlitten zu Dutzenden, Automobile, die Hand- und Rodelschlitten nicht zu zählen, ein langer Herr schnallt sich sogar Skis an; was er freilich damit angefangen hat, ist schwer zu sagen. Es war aber auch ein Sporttag erster Güte. Im Gebirge keine Spur von dem Nebel des Rheintales, die Kuppen klar, der Tannenwald schwer mit Schnee beladen, die Kälte bei vollständiger Windstille nicht fühlbar; in geschützten Mulden, wo die strahlende Sonne sogar von den Wiesen den Schnee wegzulecken beginnt, könnte man sich ohne Ueberzieher hinsetzen. Eine improvisierte Rodelbahn nach der anderen, die meisten harmlos und für harmlose Purzelbäume sehr zu empfehlen, vereinzelt allerdings auch ein scharf abfallender, kurvenreicher Hohlweg, in dem die Sache wirklich ungemütlich, um nicht zu sagen gefährlich wird. Nur eine Schattenseite: In der Hotelkolonie zwischen Oelberg und Lohrberg, dem Zentrum des bunten Treibens, ein Gedränge wie mitten im Sommer; aus dem ersten reißen wir aus, weil der Gedanke, bald Kaffee zu bekommen, zu verwegen erscheint; im zweiten weniger Volk, aber auch weniger Bedienung und noch weniger zu essen und trinken, wenigstens haben wir nichts bekommen, sind resigniert abgezogen und haben den ersten Schluck in Königswinter erwischt. Aber schön war´s doch.

Echo des Siebengebirges vom 19.1.1911

Quelle
Bildarchiv A. Hirzel; Echo d. Siebengeb. vom 19.01.1911 (Artikel)
Zur Verfügung gestellt von
Paul Herbert Bachem
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Dorfgeschichten und Ereignisse Siebengebirge
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