Aufnahme: 1908
Wasserleitung auf dem Lahr wird mit Windkraft angetrieben
Das Windrad am rechten Bildrand trieb früher eine Wasserpumpe an, berichtete vor vielen Jahren der Ittenbacher Clemens Leven, in dessen Album sich diese Postkarte "Partie am Lohrberg" von 1915 befand. Niemand wäre seinerzeit wohl auf die Idee gekommen, gegen diese technische Errungenschaft zu protestieren.
Im Echo des Siebengebirges vom 27. August 1908 findet sich dieser Bericht zur Wasserleitung auf dem Lahr:
Königswinter, 26. Aug. In dem wasserarmen Gebiete des Distriktes Lahr in Ittenbach, in dessen Nähe die drei bekannten Gasthöfe Margarethenhof, Sophienhof und Marienhof stehen und neuerdings einige kleine Villen erbaut sind, ist seit einigen Tagen eine Wasserleitung in Betrieb gesetzt worden. Die treibende Kraft ist eine Windturbinen-Anlage, die vermittels Pumpwerk aus einer Quelle das Wasser in einen 65 Meter höher gelegenen Hochbehälter bringt. Die Anlage ist das Werk der Firma Rudolf Brauns in Dresden.
Wilhelm Rudolf Brauns, geboren 1851 in Leipzig, zog 1898 nach Dresden und wurde Inhaber der Deutschen Windturbinen Werke Rudolf Brauns (DWW). Produziert wurde damals unter anderem die Stahlwindturbine vom Typ Germania, die es in 18 Größen von 4 bis 15 m Raddurchmesser gab. 1911 schloss sich die DWW mit einer von Carl Reinisch in Dresden gegründeten Maschinenfabrik zu Vereinigte Windtturbinenwerke (VWW) in Reick (Stadtteil von Dresden) zusammen.
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Bild unten: Werbeanzeige für die Firma Deutsche Windturbinenwerke Rudolf Brauns 1911
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