Aufnahme: 1877
Die Ittenbacher Jagd wird verpachtet - und Jagdpächter Joh. Leven erlebt seltenes Jagdglück
Auf den "Feldfluren der Gemeinde Ittenbach Bürgermeisterei Königswinter" wurde die Jagdnutzung im "Distrikt am Röttgen" und im "Distrikt Hüscheid" für 9 Jahre öffentlich zur Pacht angeboten.
"Seit dem Mittelalter", so erfährt man auf Wikipedia, "wurde das zuvor freie Jagdrecht immer weiter eingeschränkt und war zunehmend einem adeligen Personenkreis vorbehalten. Vor allem die Rothirschjagd durfte fortan nur noch von den Landesherren praktiziert werden... Aus dieser Zeit des Feudalismus stammt auch die Unterscheidung zwischen "Hoher Jagd" – die dem Adel vorbehaltene Jagd auf Hochwild – und "Niederer Jagd" für den niederen Klerus und freie Bauern, oder als Bürgerjagd auf kleinere Tiere wie Hasen und Feldwild... Bauern durften mancherorts nur noch das Wild von ihren Feldern verscheuchen, um ihre Ernte vor Wildschäden zu schützen." Im Zusammenhang mit der Revolution von 1848/49 wurden die feudalen Jagdrechte auf fremdem Grund und Boden abgeschafft. Von da an durfte jeder Grundeigentümer auf seinem Besitz jagen. Diese "unreglementierte Jagd" wurde 1850 durch das preußische Polizeigesetz korrigiert. "Eigentümer kleinerer Flächen wurden von Gesetzes wegen in Jagdgenossenschaften zusammengeschlossen und mussten das Jagdausübungsrecht an der so entstandenen Genossenschaftsfläche, in der Regel einer Gemarkung, an einen Jägerverpachten oder gemeinsam ausüben." Mehr Infos auf Wikipedia - siehe Link unten
Einer der Jagdpächter im Jahr 1891 war Joh. Leven, dem die Ittenbacher dankbar sein konnten, dass er sich in diesem Winter, wie die Honnefer Volkszeitung berichtete, die Nächte mit der Jagd auf Wildschweine um die Ohren schlug. Dabei hatte er "das seltene Jagdglück, bei ziemlich dunkler Nacht zwei dieser noch immer zahlreichen, jetzt hungrigen Thiere mit einem Schusse zur Strecke zu bringen und im Laufe dieses Winters fast ein Dutzend unschädlich zu machen. Man gönnt dem Jäger diese Beute um so lieber, als er unverdrossen gegen alle widrigen Witterunsgverhältnisse viele Nächte opfert, um unsere Fluren von diesem höchst schädlichen Wilde zu befreien. In dem betr. Jagdreviere hat er sich eine Hütte erbaut, versehen mit Nachtlager, Tisch, Bank und Ofen, um sich von den Strapazen zurückzuziehen."
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