Aufnahme: 1945
Vom Lahr auf Ittenbach geschaut (Fotografie einer Ansichtskarte)
Bei diesem Anblick erinnert sich der Ittenbacher Manfred Wilhelmy an seinen früheren Schulweg Ende der 1930er, Anfang der 1940er Jahre vom Lahr in die Ittenbacher Volksschule:
"Die Leute bezeichneten den Bereich als "Hohlweg", weil er beidseitig von einer hohen Böschung flankiert wurde. Rechts war auf der Böschungskrone ein Maschendrahtzaun, der an vierkantigen, gehobelten Eichenpfählen befestigt war. Dadurch unterschied der Zaun sich erheblich von den Weidezäunen der Bauern und ließ den Eindruck zu, dass der Eigentümer, welcher Jäger hieß, wie man früher sagte, "wohlhabend" sein musste. An der Zaunecke sieht man den dicken Stamm eines Birnbaumes, dessen kleine Früchte, die zur Reifezeit in Massen herunterfielen, die Straße bedeckten. Weil die Früchtchen in Größe und Färbung Zwiebeln ähnelten, nannte man sie "Öllichsbirren" (Zwiebelbirnen). Wegen des Umstandes, dass sie geschmacklich nicht zusagten, blieben sie liegen, ohne dass sich jemand drum kümmerte.
An einem besonders strengen Winter war der Hohlweg durch Schneeverwehung bis oben hin komplett mit Schnee gefüllt. Ein Durchkommen war nur mittels Schaufeln eines schmalen Weges erreichbar. Der Herr Dahmen, der gegenüber der Ausmündung des Honnefer Grenzwegs wohnte, hatte einen Pferdeschlitten, den ein Esel zog. Weil
der Herr Dahmen sich mit der Breite des Durchlasses bei der Schneeverwehung total verschätzt hatte, geriet der Schlitten in Schräglage, kippte schließlich um und forderte dem durch seine Beleibtheit behinderten Herrn Dahmen äußerste Kraftanstrengung ab, um sich aus den umgebenden Schneemassen heraus zu wühlen. Allerdings, dem "Dörpsverzäll" kam das zustatten, denn damit hatte man wieder "jet für ze laachen" (zu lachen).
Weiter unten nimmt man die "Wegeseitengräben" wahr, die zur Ableitung des von der
Straße aufkommenden Regenwassers bestimmt waren. Beim Schlittenfahren konnten die recht tiefen Gräben ein unangenehmes Ende einer Fahrt bedeuten."
Bild unten: Dieselbe Ansicht auf einer im März 1949 geschriebenen Postkarte, zur Verfügung gestellt von Guido Schmeichel aus der Sammlung von Fred Fiala
Auf der Rückseite steht: Wir sind seit 7 Jahren zum ersten Mal wieder in Urlaub gefahren und spüren, wie nötig es war! Dies stille, besinnliche Wandern mal zum Ölberg, mal zum Drachenfels bei dem herrlichen Wetter, tut unendlich gut - sowohl dem Herzen des Mannes als auch der Galle der Frau!!
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