Aufnahme: 1935
Ittenbach im Mai - und ein besonderer Bick auf die ehemalige "Josefskapelle" am Friedhof
In den Gärten sind die Bohnenstangen aufgestellt, sie ragen aber nicht so weit in den Himmel wie der Ittenbacher Maibaum, der am rechten Bildrand zu sehen ist. Am Taubenbergweg weiden Kühe auf der Wiese. Das Foto dieser Ansichtskarte stammt, wie vorn (P.F.W.B.) und auf der Rückseite vermerkt ist, vom Ittenbacher Grafiker und Fotografen Paul Friedrich Wilhelm Bachem.
Vorn links sieht man das ehemalige Lehrerhaus von Familie Teske, das unterhalb des Ittenbacher Kriegerehrenmals stand. Unterhalb der katholischen Pfarrkirche steht das Gasthaus Alte Post. Ein Stück weiter links ist ein kleines Backsteinhäuschen am Rand des Friedhofs zu sehen. Das war früher einmal ein "Spritzenhäuschen", wo die Feuerwehr ihre Spritzen aufbewahrte. Als ein neues Gerätehaus gebaut wurde, wurde diese kleine Kapelle, Josefskapelle genannt, unter Pfarrer Hambüchen zur Aufbewahrung der Leichen bis zur Beerdigung genutzt.
"Unter Pfarrer Hambüchen entstand die Josefskapelle, die zugleich als Leichenhalle benutzt wird", heißt es in dem Geschichtsüberblick von Karl-Heinz Tewes, der 1970 in der Siebengebirgs-Zeitung abgedruckt wurde - siehe Datensatz 6185.
Der frühere Ittenbacher Bürgermeister Karl Hacks schrieb 1956 in seinem Vortrag "Ittenbach im Wandel der Zeiten":
"Viermal wurde das Spritzenhaus gewechselt, erst an der Schule ein kleiner Anbau, dann am Friedhof (heutige Josefskapelle), an der Pastorat (jetzt Jurczyk). Das jetzige Gerätehaus wurde zum größten Teil durch Eigenarbeit der Feuerwehrmänner errichtet. Das Material wurde zum größten Teil durch einen bekannten Baufirmeninhaber gratis angefahren. Dank der Gemeindevertretung, daß durch den neuen Wagen die Wehr heute gut ausgerüstet ist."
Zur Enstehung der Ittenbacher Feuerwehr schreibt er: "Gegen 1905 wurde auf Anregung des Bürgermeisters von Königswinter eine Zwangsfeuerwehr ins Leben gerufen und als Brandmeister Otto Land bestellt. Nach 2 Jahren 1907 ging aus derselben die heutige freiwillige Feuerwehr hervor."
Sein schriftlicher Vortrag steht im Museumsraum "Schriften", Ittenbach im Wandel der Zeiten seit der Jahrhundertwende, S. 3 - siehe Link unten
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