Aufnahme: 1963
Wer den Pfennig nicht ehrt...
ist des Talers nicht wert...
Für 10 oder 50 Pfennig, die die Schulkinder in der Nachkriegszeit in die Schule mitbrachten, um sie in die Schulsparkasse einzuzahlen, bekamen sie entsprechende Sparmarken. Die wurden eifrig in die postkartengroße Schulsparkarte eingeklebt.
"Wer spart, der stellt sich stolz auf eigene Kraft", oder "Ordnung, Fleiß und Sparsamkeit, damit kommt man immer weit" oder "Wer viel spart, der kann viel Gutes bewirken", stand auf den Kästchen, die mit den Marken überklebt wurden.
"Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zählt die Unterrichtung von Sparsamkeit zum allgemeinen Bildungskanon", so kann man es auf dem Sparkassengeschichtsblog nachlesen (siehe Link unten). "Schülerinnen und Schüler sollen den sparsamen Umgang mit Gütern und Geld lernen. Mitte des 19. Jahrhunderts entstehen in Deutschland erste Schul- und Jugendsparkassen, entweder als Privatsparkassen organisiert oder in Zusammenarbeit mit einer öffentlichen Sparkasse.
Die Schule, insbesondere die Volksschule, gilt im 19. Jahrhundert als idealer Ort, um die Sparsamkeit der jungen Leute und den richtigen Umgang mit Geld zu fördern. Älteren Schülern wird zum Beispiel mithilfe von Schautafeln und Broschüren der Umgang mit Sparbuch, Scheckformular und Co. beigebracht. Am bedeutendsten sind die Schulsparkassen, die von den Sparkassen in Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft eingerichtet werden."
Das Freilichtmuseum Kommern hatte im Jahr 2013 eine Ausstellung zum Thema "Schulsparen" organisiert mit Objekten, Archivalien und Bildern, "die einen tiefen Einblick in die Schulgeschichte und die Mentalität der Wirtschaftswunderjahre" ermöglichten.
"Angesichts der derzeitigen, vor allem in den Medien geschürten Angst vor einer länger andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise ist Sparen zumindest bei manchen Zeitgenossen momentan »in«. Dabei wird vergessen, dass in allen Epochen und immer wieder mehr oder weniger intensiv gespart wurde. Auch an das Schulsparen mit Heimsparbüchse, Sparkassetten und Sparmarkenkarten werden sich nur noch Angehörige der Nachkriegsgeneration erinnern", hieß es im Bericht zu dieser Sonderausstellung - siehe 2. Link unten.
Damals gab es außer dem zeitlosen Sparschwein alle möglichen "Spardosen", die Kinderherzen höherschlagen ließen: Der Mecky-Igel nickte bei jedem Münzeinwurf dankbar mit dem Kopf, der kleine Plastiktresor hatte eine Geheimnummer und... und... und...
Vielleicht kann der eine oder die andere noch eigene Geschichten für unser Museum erzählen, wie und wofür damals gespart wurde?
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