Abgebildete Personen
Aufnahme: 1990
Ordination von Pfarrer Harald Gusbeth
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
Vor zehn Jahren wurde in der Ittenbacher Auferstehungskirche Pfarrer Peter Hintze ordiniert. Jetzt fand wieder eine Ordination statt, Superintendent Helmut Wirths nahm die Ordination von Pastor Harald R. Gusbeth vor. Die Feierlichkeiten begannen in der Kirche, ein weltlicher Empfang mit Gratulationscour schloß sich im Gemeindehaus an. Bei Orgel- und Trompetenspiel zog die Geistlichkeit mit dem Neupriester in das Gotteshaus ein. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Verpflichtung von Pastor Gusbeth auf die reformatorischen Bekenntnisschriften. Superintendent Wirths sprach die Sendung und die Segensgebete. In seiner Predigt betonte der neue Pastor, daß man das Beten nicht vergessen soll. „Mit einem Gottesdienst ist das Beten nicht zu Ende, auch nicht beim Verlassen der Kirche." Das Beten soll weitergehen: Zu Hause, in der Gemeinde und auch dort, wo man die tägliche Arbeit verrichtet. Der Gottesdienst schloß mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Großer Gott, wir loben Dich", und bei Bläsermusik zogen die Geistlichen beider Konfessionen aus der Kirche aus.
Den Reigen der Gratulanten im Gemeindehaus eröffnete der katholische Pfarrer Udo-Maria Schiffers. Er betonte, daß jeder Pfarrer, der neu in eine Gemeinde kommt, erst einmal Land und Leute kennenlernen sollte. Deshalb sei auch sein Geschenk — ein Buch über den Rhein-Sieg-Kreis — zwar ein weltliches aber doch ein religiöses Geschenk.
Pfarrerin Dorothee Demond verglich die gemeinsame Arbeit mit dem neuen Pastor mit der Methode Jesu, der immer zwei seiner Jünger zusammen ausgeschickt habe. Sie betrachtete nun Pastor Gusbeth als den zweiten Jünger. Neue Aufgaben für Pfarrer Gusbeth seien die Betreuung der Kranken im Krankenhaus und die Hausbesuche bei den Gemeindeangehörigen. Sie überreichte als Geschenk zwei Bände über Predigtmeditationen.
Bürgermeister Günter Hank sagte, daß es bei dieser Aufgabe viel zu tun gebe. Gerade die Kranken und die älteren Leute, die vielfach alleinstehend seien, benötigten die seelische Betreuung. Als Geschenk wird Hank der Kirchengemeinde aus seinem persönlichen Verfügungsfonds 200 DM für die neue Orgel überweisen. Günter Hank wünschte Pfarrer Gusbeth eine gute Zeit in Ittenbach, die allerdings nach einem Jahr schon endet. In die Gratulantenschar reihte sich dann Superintendent Wirths ein. Er überreichte ein Licht als Geschenk. Grußworte sprach auch Pfarrer Frieder Denkhaus aus Bielstein, wo Pfarrer Gusbeth als Vikar wirkte.
Pfarrer Harald Gusbeth wurde in Oberhausen am 12. März 1958 geboren. Aufgewachsen ist er in Drabenderhöhe bei Gummersbach. Seine Eltern waren 1944 vor der Roten Armee aus Siebenbürgen in Rumänien geflüchtet. In der Schule begeisterte er sich für die Fächer Physik, Chemie, Biologie, Philosophie und Religion. Nach dem Abitur schwankte er zwischen den Studienfächern Medizin und Theologie. Nach einem Jahr Medizinstudium in Klausenburg in Rumänien wechselte er dann zur evangelischen Theologie, die er in Bonn und Tübingen studierte. Das erste theologische Examen bestand er mit einer Arbeit über die Zeichenhandlungen des Propheten Jeremia. Die praktische Ausbildung im kirchlichen Dienst führte ihn zwei Jahre nach Bielstein. Am 1. Oktober 1988 ehelichte er die Thomasbergerin Christiane Nowak und im März dieses Jahres bestand Harald Gusbeth das zweite theologische Examen mit einer Arbeit über die ökumenischen Aspekte der Taufe.
Vor sechs Wochen wurde dem Ehepaar ein Sohn geboren. Er wird zusätzlich zu seinen Aufgaben auch das Altenheim in Königswinter mitbetreuen und im Unterrichtsjahr 1990/91 den Katechumenenunterricht übernehmen.
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