Aufnahme: 1965
Fest der Alten in Ittenbach
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete vom "Fest der Alten", zu dem damals die Gemeinde Ittenbach eingeladen hatte:
Betagte Bürger von Ittenbach hatten sich zum von der Gemeinde veranstalteten "Fest der Alten" eingefunden. Sie erlebten frohe Stunden bei Kaffee und Kuchen und erfreuten sich an den Darbietungen von Kirchenchor, Pfarr-Blasorchester und Kinderchor unter Leitung von Josef Block.
Bürgermeister Karl Haacks, der als Ehrengäste Amtsdirektor Breuer, Pfarrer Hambüchen von der katholischen Pfarrgemeinde und Pfarrer Krakowski von der evangelischen Gemeinde Königswinter begrüßte, bedauerte, daß durch das Winterwetter viele Bürger dieser Veranstaltung ferngeblieben seien. Während sich die Gäste an Kaffee und Kuchen gütlich taten, demonstrierte Haacks anhand von Zahlen die gesunde Ittenbacher Luft. 109 Bürger seien über 75 Jahre alt, davon zwei über 90, 85-89 Jahre 16, 80-84 Jahre 50, 75-79 Jahr 41. Die ältesten Anwesenden: Frau Anna Roemerscheid (88 Jahre) und Josef Leven (86 Jahre). Die ältesten Bürger im Ort: Frau Anna Hirsch (91 Jahre) und Friedrich Halm (94 Jahre).
Im Anschluß daran erzählte Haacks aus der Geschichte der Ittenbacher Glocken. In den Jahren 1717 bis 1733 sei die erste große Glocke mit der lateinischen Inschrift: „HI. Maria, schmerzhafte Mutter, bitte für uns um Bewahrung vor Ungewittern" nach Ittenbach gekommen. Sie war von Hofrat Fabri, Köln, gestiftet worden. Fast 200 Jahre versah sie ihren Dienst, bis sie im Ersten Weltkrieg mit einer im Jahre 1841 in Sieglar gegossenen Glocke 1916 eingeschmolzen wurde. 1915 wurde eine neue Glocke beschafft, die, wie die Inschrift besagt, nicht eher geläutet werden solle, bis Friede im Land sei. Trotzdem mußte sie schon früher ihre eherne Stimme erschallen lassen, da sie bis 1925 alleine im Turm hing, um von da ab mit zwei weiteren Glocken zu läuten. Von den zwei im letzten Weltkrieg abgegebenen Glocken kam 1947 nur eine zurück. Als Leihglocke bekam man vom Hamburger Lager die Glocken aus der Marienwerder Kirche in Ostpreußen. Während die beiden anderen jetzt eingeschmolzen werden, wird diese in der Sophienkapelle weiter ihren Dienst versehen.
Herzliche Worte vom „Licht des Alters“ für ihre Umgebung richtete Pfarrer Krakowski an die betagten Gäste.
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