Hochzeit des Ittenbacher Lehrers Rudolf (Rudi) Moritz

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1949 (ca.)

Hochzeit des Ittenbacher Lehrers Rudolf (Rudi) Moritz

mit seiner zweiten Frau Elsbeth in der Grabenstraße in Königswinter beim Einzug in die ev. Christuskirche. Lehrer Moritz war der erste evangelische Lehrer, der den evangelischen Kindern an der Ittenbacher Schule Religionsunterricht erteilte.

Seine erste Frau war mit den vier Kindern der Familie 1945 bei der Schiffskatastrophe der "Gustloff" ertrunken. Mit diesem Schiff Wilhelm Gustloff sollten im Januar 1945 10.000 Soldaten und zivile Flüchtlinge aus den Ostprovinzen Deutschlands (heute Polen) evakuiert werden. Das Schiff wurde von einem sowjetischen U-Boot torpediert und sank, mehr als 9.000 Menschen kamen im eiskalten Wasser ums Leben. Rudolf Moritz selber war in dieser Zeit in Gefangenschaft.

Einige Jahre nach dem Krieg heiratete Rudolf Moritz seine zweite Frau Elsbeth, mit der er im Hardtweg 47 wohnte. Die damalige Adresse lautete Auf der Hardt 14. Dieses damals zweite Haus auf dem Hardtweg war 1934 von Dr. Otto Schmidt, dem Kölner Gründer des gleichnamigen Verlages und Vaters von Elsbeth Moritz, gebaut worden.

Unter dem Hauptlehrer Harry Schillings hatten 1949 Ittenbacher Eltern nach dem Zuzug von evangelischen Familien den Antrag auf evangelischen Religionsunterricht gestellt.

Den führte Harry Schillings ein, auch wenn es damals in Ittenbach heftige Stimmung dagegen gegeben hat. Helmut Herles berichtet unter Hinweis auf die von Harry Schillings handgeschriebene Schulchronik, der habe "katholischen Eltern mit Erfolg trotzen müssen, die wegen der Anstellung des ersten evangelischen Lehrers Rudolf Moritz am 1. Juli 1949 den Schulboykott für 41 katholische Kinder ausgerufen hatten" (siehe im Museum Datensatz 7780).

Der neue Lehrer wird es nicht einfach gehabt haben. Der evangelische Unterricht wurde im Notsaal im Dachgeschoss der Schule, der gegen den Willen der Regierung nach den Zerstörungen im Krieg ausgebaut worden war, von Lehrer Moritz gehalten. Für die einen galt Moritz als strenger Lehrer. Stockschläge und Eckestehen seien noch an der Tagesordnung gewesen. Andere, die ihn erlebt haben, haben keine schlechte Erinnerung an ihn. Sein furchtbar trauriges Schicksal wird ihn geprägt haben.

1950 folgte ihm der Lehrer Werner Schulze - siehe im Museum Link unten.

Aber die Schülerzahl und damit auch die Zahl der evangelischen Kinder ging zurück, und so wurde 1954 der evangelische Religionsunterricht wieder eingestellt.

Mehr Infos im Museum im Raum Schriften in der Schulchronik "200 Jahre Schulverhältnisse in Ittenbach" (in der "Robert Moritz" steht, sein Name war aber Rudolf, genannt Rudi).

Quelle
Bildarchiv Annette Hirzel
Zur Verfügung gestellt von
Hiltrud Hoffmann (Foto) Bild mit Lehrer Werner Schulze
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