Aufnahme: 1986
Willi Halm legte den Taktstock nieder
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
gst. „Durch ihren stetigen und unermüdlichen Einsatz haben Sie für ein gutes Gedeihen des Vereinslebens in Ittenbach und damit auch zum Wohle und zur Freude der Allgemeinheit wesentlich beigetragen. Dafür gebührt Ihnen, Herr Willi Halm, Dank und Anerkennung." Diese Worte sprachen fast alle Redner, die am Samstagabend im evangelischen Gemeindehaus das Leben und musikalische Wirken von Willi Halm für die Ittenbacher Bevölkerung würdigten und nun Abschied von ihm nahmen. Halm übergab aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab an seinen Nachfolger Uwe Beyer.
Zum letzten Male dirigierte Willi Halm das Ittenbacher Bläsercorps bei einem feierlichen Gottesdienst, bei dem das Corps die Eucharistiefeier mit einigen Einlagen verschönerte. Bei der anschließenden weltlichen Verabschiedung dirigierte zunächst Werner Otto den Klangkörper, bevor Vorsitzender Heinz Welter dem allseits beliebten Kapellmeister Willi Halm nicht nur ein Geschenk des Corps überreichte, sondern ihn auch zum ersten Ehrenmitglied des Corps ernannte und unter dem riesigen Beifall der Musikanten und der Gäste die Urkunde aushändigte. Heinz Welter und stellvertretender Bürgermeister Herbert Losem, der mit einem Weingeschenk im Namen der Stadt den Dank aussprach, da Willi Halm mit seinem musikalischen Können in der Stadt das kulturelle Leben mitgeprägt habe, zeichneten ein Lebensbild des Scheidenden.
Bereits mit sieben Jahren begann Willi Halm Musik zu machen und mit acht Jahren spielte er schon die Orgel. Sein erster Lohn waren drei Eier.Willi Halm war dabei, als Organist Josef Block eine Bläsergruppe bildete. Seit der Gründung des Ittenbacher Bläsercorps vor genau 20 Jahren schwingt Willi Halm den Dirigentenstab. In diesen zwei Jahrzehnten erlebte Halm gleich vier Vorsitzende im Corps. Losem dankte dem scheidenden Musiker vor allem für sein Engagement in der Stadt. Mit dem Ittenbacher Klangkörper habe er den Namen Ittenbachs und der gesamten Stadt Königswinter weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt gemacht. Pfarrer Udo- Maria Schiffers würdigte in seinen Dankesworten das Wirken von Willi Halm für die Kirchenmusik und dankte mit einer Schallplattensammlung.
Karl-Heinz Görres lobte den familiären Charakter im Corps und überreichte ein Bildnis der Heiligen Drei Könige. Alle übrigen Ortsvereine ließen ebenfalls ihren Dank mit netten Präsenten ausdrücken. Willi Halm nahm nicht mit leichtem Herzen Abschied. Er bedankte sich bei den Musikanten, die mit ihm nun schon 20 Jahre musizierten und betonte, dass man bei Kardinal Frings, bei Bundeskanzler Konrad Adenauer und bei Altbundespräsident Walter Scheel gespielt habe. Die weltliche Abschiedsfeier wurde mit zahlreichen Darbietungen des Bläsercorps untermalt.
Als Solist begeisterte Oliver Hödtke. Besonders erfreuten die Melodien vom „Alten Dessauer", der Finkenwalzer, der Bummel-Petrus, die Herz-Schmerz- Polka und der Coburger Marsch. Der neue Dirigent Uwe Beyer stammt aus der DDR und kam im Oktober 1984 in den Westen, wo der 45-Jährige zunächst in Bonn-Tannenbusch sesshaft wurde. Beyer ist Gelernter Musiker und hat in Dresden Musik studiert.
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