Aufnahme: 1955
50 Jahre Lebensmittel Halm
1955 feierte der aus Uckerath stammende Friedrich Halm, Großvater von Robert Halm, seinen 85. Geburtstag und gleichzeitig das 50-jährige Jubiläum seines Lebensmittelgeschäfts, des ältesten Geschäfts im Siebengebirge, das er im Jahr 1905 angesichts des wachsenden Fremdenverkehrs eröffnet hatte.
1921 legte er die erste Lichtleitung von Honnef nach Ittenbach und brachte damit das elektrische Licht hierher.
Hier der Zeitungsartikel im Wortlaut:
Jubiläum in Ittenbach
Altestes Geschäft im Siebengebirge besteht 50 Jahre - Der Inhaber wird 85 Jahre alt
rk Ittenbach. (f) Am heutigen Mittwoch feiert das Lebensmittelgeschäft Halm in Ittenbach sein 50jähriges Bestehen. Es handelt sich um das älteste Geschäft im Siebengebirge. Am selben Tag vollendet der Inhaber, Friedrich Halm, sein 85. Lebensjahr. Der 85jährige, körperlich und geistig noch frische Jubilar steht noch mitten im Leben. Seinem Fleiß verdankt nicht nur das Geschäft seinen Aufstieg, zum großen Teil auch die Gemeinde. Herr Halm wurde in Uckerath geboren und erlernte den Schreinerberuf. Um sich eine Altersversorgung zu sichern, beschloß er schon als junger Mann, ein Geschäft anzufangen. Seine Wahl fiel auf Ittenbach, weil dort um die Jahrhundertwende die ersten Anzeichen des Fremdenverkehrs sichtbar wurden. 1889 baute er sich dort ein Haus, das erste Schwemmsteinhaus, das in Ittenbach entstanden ist. Friedrich Halm arbeitete vorerst als Schreiner und Zimmermann. Das Fachwerk ungezählter Häuser im ganzen Siegkreis hat er gerichtet. 1905 eröffnete er das Geschäft. Es gab damals überhaupt keine Geschäfte in Ittenbach, nicht einmal eine Metzgerei oder einen Anstreicherladen. Friedrich Halm verkaufte, was gebraucht wurde. Sein Bruder (Anm. der Museumsredaktion: Heinrich), der ebenfalls nach Ittenbach gekommen war, eröffnete die erste Verkehrslinie nach Königswinter. Mit dem Fremdenverkehr und dem Anwachsen der Bevölkerung wuchs das Geschäft Halm, das mehrmals erweitert werden mußte.
Ittenbach verdankt dem Altersjubilar aber nicht nur das erste Geschäft, sondern auch das erste elektrische Licht. Friedrich Halm zog 1921 die erste Lichtleitung von Honnef nach Ittenbach. Seit 30 Jahren ist er im Kirchenvorstand. Seit drei Jahrzehnten ist er auch im Vorstand der Wasserleitungsgenossenschaft, dem er heute noch als Kassierer angehört. Er ist Mitgründer des Verkehrsvereins, der vor dem ersten Weltkrieg seine Arbeit aufnahm. Von der Gründung bis zur Auflösung war er Vorstandsmitglied des Kyffhäuserbundes. Im Kirchenchor ist er seit 60 Jahren. Besondere Verdienste erwarb er sich in der Feuerwehr, die er 1907 gründete und in deren Vorstand er lange Zeit mitwirkte. Nach dem ersten Weltkrieg war er längere Zeit im Gemeinderat.
Wenn heute in Ittenbach eine wichtige Entscheidung gefällt wird, die für die Allgemeinheit Bedeutung hat, so wird der Rat des alten und mit den örtlichen Verhältnissen vertrauten Geschäftsmannes eingeholt. Friedrich Halm ist für Ittenbach ein Original im besten Sinn. Der vor seinem Geschäft liegende Wende- und Parkplatz wird nicht umsonst im Volksmund „Friedrichplatz" genannt.
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Eine Verwandte aus der Familie Halm berichtet, dass der Vater der 4 Brüder Halm, Mathias Halm aus Heide, damals Gemeinde Uckerath, 1849 geboren und 1890 gestorben war. Vielleicht hatte der damals 20jährige Sohn Friedrich, der als Schreiner ausgebildet worden war, in seinem 1889 gebauten Haus in Ittenbach auch seine beiden Brüder Heinrich und Johann aufgenommen.
Johann Halm heiratete Grete (Margaretha) Hömmerich aus Ittenbach. Sie bekamen einen Sohn, Peter, und eine Tochter, Mathilde, die 1946 den Witwer Heinrich Leven vom Bauernhof Eiche heiratete (siehe Datensatz 8028).
Der vierte Bruder von Friedrich, Joseph, ist nicht mit nach Ittenbach gezogen.
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