Aufnahme: 1966

10 Jahre Damen-Modell-Konfektion Reinhold Kunkel Ittenbach

Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:

Die Firma Reinhold Kunkel in Ittenbach, Talweg 2, konnte in diesen Wochen auf ein 10jähriges Bestehen zurückblicken. Das erscheint uns insofern erwähnenswert, da dieser Gewerbezweig der Bekleidungsindustrie im hiesigen Raum doch verhältnismäßig wenig vertreten ist.

Am 1. Oktober 1955 eröffnete Herr Reinhold Kunkel, (übrigens ein gebürtiger Ittenbacher), mit seiner Frau Renate und drei weiteren Angestellten ein Damen-Modellkonfektionsgeschäft in Ittenbach. Als Unterkunft und Arbeitsplatz dienten zunächst zwei gemietete Räume. Trotz aller anfänglichen Schwierigkeiten setzte sich das Fachehepaar Kunkel durch und festigte nach und nach seine Existenz.

1957 wurde am Talweg 2 ein eigenes Geschäftshaus gebaut. Nun konnte sich die Produktion in neuen, großen Räumen weiter beleben. Der Maschinenpark wuchs und mit ihm auch die Belegschaft. Aber auch der Kundenkreis wurde größer und größer und die Firma Kunkel war bald schon über die Grenzen des Siegkreises hinaus bekannt.

Eine stetige Aufwärtsentwicklung machte einen Erweiterungsbau immer notwendiger. Im Jubiläumsjahr 1965 war es dann soweit. Die Arbeitsräume wurden wesentlich vergrößert. Für die Belegschaft wurden Wasch- und Umkleidekabinen, sowie ein großzügig angelegter Aufenthaltsraum geschaffen. Durch eine umsichtige Geschäftsführung, Fleiß und Ausdauer wuchs die Firma Kunkel im Laufe der Jahre zu einem sicher fundierten Unternehmen heran.

Nicht zuletzt bietet die Firma Reinhold Kunkel jedem interessierten Mädchen die Möglichkeit einer gewissenhaften Ausbildung im Beruf der Damenschneiderin. Nähen ist für Mädchen ohnehin eine Beschäftigung, die auch im eigenen Haushalt später immer wieder nutzbringend angewandt werden kann. Die dreijährige Lehrzeit schließt mit der Gehilfenprüfung ab. Nach 5 Gehilfenjahren kann man die Meisterprüfung ablegen und sich selbständig machen. Auch höher gesteckte Interessen kommen nicht zu kurz. Entscheidend ist bekanntlich immer, was geleistet wird. Wer sich bewährt, braucht um den Aufstieg nicht zu bangen. Wer sich gar mit mittlerer Reife und Abitur in das Gebiet der Mode begibt, kann ein König in seinem Reich werden.

In diesen hellen, lichtdurchfluteten Arbeitsräumen läuft ein vorbildlicher Produktionsplan ab. Die Vorplanung beginnt beim Zuschnitt, dann folgt die Einrichterei und Näherei. Die Bügelei und Arbeitsabnahme sind die nächsten Stationen, bis das fertige Stück der Versandabteilung übergeben werden kann.

Alles muß im zeitlichen Ablauf sehr genau berechnet sein, damit das Ganze wie ein gut laufendes Räderwerk ineinandergreift. Hier werden Tag für Tag von fleißigen Händen Damenmäntel und -kostüme (teils als Modell, teils als Serienanfertigung) genäht, die dann als Ittenbacher Qualitätsware weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus ihre Interessenten und Abnehmer finden. hewi.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 02 vom 14.01.1966
Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt
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