Aufnahme: 1957
Märchentheater "Die zertanzten Schuhe" der Ittenbacher Laienspielschar
In einem damaligen Zeitungsartikel zu diesem Foto von der Aufführung im Oktober 1957, den Norbert Schmitz in seinem Fotoalbum aufbewahrt hat, steht unter den Überschriften:
Fahrender Gesell erwirbt Prinzessin
Laienspielschar zeigte "Die zertanzten Schuhe" - Volksbildungwerk eröffnet
Die Leitung des Volksbildungswerkes war gut beraten, als sie beschloss, das erste in Ittenbach anlaufende Semester der Erwachsenenbildung mit einem ansprechenden Laienspiel zu eröffnen. Erneut bewies die weit über die Gemeinde hinaus bekannt gewordene Spielschar zielstrebigen Leistungswillen, beachtliche Einfühlungsgabe und bemerkenswertes Darstellungsvermögen. Das lustige Märchen "Die zertanzten Schuhe" von Andersen erlebte unter der versierten Regie von Lehrer Bollig fröhliche Urständ.
Jörg, ein fahrender Gesell, erhält von einer alten Gemüsefrau, die von keifenden Marktweibern vertrieben wird, unverhofft einen seltsamen Mantel. Obwohl einfach, ja, bescheiden in Qualität und Form, macht er jedoch seinen Träger unsichtbar. Eines Tages lässt die Königin durch einen Herold verkünden:
"Wer also zu ergründen vermag, wo die drei Prinzessinnen (Mienchen, Fienchen, Rosienchen) in den Nächten ihre Schuhe durchtanzen, wird königlich belohnt und kann eine der Prinzessinnen zur Gemahlin gewinnen. Gelingt ihm aber des Rätsels Lösung nicht, macht er Bekanntschaft mit dem Schindanger!" Schaurig unterstreicht Trommelwirbel den Schluss der Verlautbarung. Intensiv bemüht sich der Gesell um das Geheimnis, und sein Tarnmantel leistet ihm vorzügliche Hilfe, bis er eine Prinzessin zur Gemahlin wählen kann.
Zügig und optisch und akustisch vortrefflich rollte das Spiel in seinen vier Bildern über die ansprechend gestaltete Bühne. Die zahlreichen Zuschauer erlebten eine urwüchsige Aufführung, die nachhaltig begeisterte und zum anhaltenden Applaus bewegte. Auf Wunsch der Spieler sollen die Namen der Darsteller unerwähnt bleiben. Diese Feststellung zeigt mehr als viele Worte, dass die Mitwirkenden eine bewährte Gemeinschaft bilden. Möge sich die Laienspielschar ihren Mut und Schwung bewahren und der Jugend der Gemeinde mit ihrer zukunftsfrohen Haltung Vorbild sein." (K.G.)
Spielszene mit dem "alten Weiblein": "Ein Bündel Radieschen sollst du auch haben."
Amalie: "Oh Oh er ist der netteste Landstreicher, der mir je begegnet ist."
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