Aufnahme: 1976
Tolle Jubiläumssitzung der Funken
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete zum 25jährigen Jubiläum:
Es gab viel Spaß im Saal des Ittenbacher Hotels „Zur alten Post". Die „Blau-Weißen Funken", die in dieser Session 25 Jahre alt werden, hatten zur Jubiläumssitzung eingeladen. Und es wurde wirklich eine Jubiläumssitzung. Gleich mit viel Tschingbumm ging es mit Höhepunkten los. Die „Vier Sternenburger" aus Bonn nahmen die hohe Politik mit ihren Schlagerparodien aufs Korn und hatten auch nicht die jüngsten Ereignisse in Hannover vergessen. „Gibt es denn in Hannover, nur Doofe, nur Doofe." Die ersten Raketen stiegen auch für die Habo-Parodisten sowie für Willi Armbröster und für Dotz und Dötz hoch, die in Neuenahr die Spielbank besucht hatten. Unter der Regie von Obristwachtmeister Karl-Heinz Görres rollte also ein Programm ab, das mit donnernden Alaafs und Raketen belohnt wurde. Belacht wurde auch der Tröötemann Karl-Heinz Jansen.
Unter dem Motto des Oberpleiser Prinzen „Freude, Frohsinn, Heiterkeit, dazu sind wir stets bereit", rollte das weitere närrische Programm ab. Dem Tanz des funkeneigenen Tanzkorps mit Maria Leven als Tanzmariechen und Pierre Schulmeister folgten Hans Remig als Gartenzwerg, die Bonner Stadtsoldaten, die bekannten Stomp und Stömpche aus Mechernich sowie der Bellinghuuser Buur, Ludwig Gast aus Oberpleis. Die „Zwei Lotterboove" vervollständigten närrischen Darbietungen. Die hauseigenen Bläser gaben der Sitzung den musikalischen Pfiff. Königswinters Stadtoberhaupt ist wohl sehr beliebt, auch im Bergbereich der Stadt, denn alle stimmten in den Song ein: „Günter Hank, du bist ne Wucht."
Statusgeschenke für Ratsmitglieder
Eine jecke Einlage gab es jüngst bei der Sitzung der „Blau-Weißen Funken" Ittenbach. Bürgermeister Günter Hank und vier seiner Ratskollegen wurden auf die Bühne gebeten, um nicht nur Orden, sondern auch passende Geschenke entgegenzunehmen. Obristwachtmeister Karl-Heinz Görres überreichte Bürgermeister Hank ein paar Rollschuhe, damit er noch schneller von Veranstaltung zu Veranstaltung flitzen könne. Zunächst hing Görres seinem „Chef" die Rollschuhe um den Hals und dann wurden sie ihm „verpaßt". Doch siehe da. Sie waren ihm zu klein, also wieder um den Hals. Sein „ständiger Begleiter", scherzhaft als „Frau Hank" bezeichnet, Franz-Willi Riscop, CDU- Fraktionsgeschäftsführer, erhielt eine Kombination blechlärmender Geißbockglöckchen, um damit dem Bürgermeister voranzueilen, ihm vor allen Dingen im Bergbereich freie Bahn zu schaffen und sein Kommen anzukündigen.
Schwerter, um im Wahlkampf besser fechten zu können, überreichte Görres an Dr. Richard Faßbender (CDU) und Christian Thomas (UBG). Und Ratsmitglied Dr. Thilo von Trotha (SPD) schließlich bekam rote Farbe und Pinsel, um den Weg zu seinem Heim in Nonnenberg für die Parteifreunde besser zu markieren. Außerdem wurde ihm nahegelegt, endlich den rheinischen Dialekt zu lernen. Hank dankte im Namen der Geehrten für den „Krempel", der ihnen überreicht wurde. Für den Kommandanten hielt er einen Umschlag mit Inhalt aus dem schier unerschöpflichen Bürgermeisterfond bereit. Einen Blumenstrauß überreichte der erste Bürger der Stadt an Frau Halm, mit der Bitte, ihr Mann möge den Taktstock nach der Session noch nicht niederlegen und weiterhin das Blasorchester dirigieren.
Die Bereitschaft, sich seiner Herrschaft unterzuordnen, fand das Oberpleiser Prinzenpaar Erich II. und Marlene I. im Saale vor, zumal der Prinz als Gegenleistung versprach, niemals Ittenbach Konkurrenz zu bieten und Kurort werden zu wollen, obwohl dazu Oberpleis die besten Voraussetzungen böte. Es gäbe eine Kläranlage, der Friedhof würde vergrößert und aus dem Rathaus könne demnächst ohne weiteres ein Kurmittelhaus gemacht werden. Prinz Erich konnte es nicht unterdrücken, wieder eine Büttrede vom Stapel zu lassen und regte dabei an, daß ab sofort nicht mehr mit Guten Morgen, Guten Tag usw. gegrüßt werde, sondern nur noch mit Alaaf. Selbst die Frau soll abends ihrem Mann beim Gute-Nacht-Kuß Alaaf zuflüstern. Konterte Hank: „Dann ruft der Papa: Gute Nacht, Alte!"
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