Aufnahme: 1966
November 1966: 15 Jahre "Blau-weiße Funken" lttenbach
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
"Anläßlich des 15jährigen Bestehens der Ittenbacher Karnevalsgesellschaft "Blau-Weiße Funken" fand in der Gaststätte "Alte Post" eine "Stipvisite" statt, zu der der Jubiläumsverein alle dem Festausschuß Siebengebirge angeschlossenen Karnevalsgesellschaften und die Ittenbacher Ortsvereine eingeladen hatte.
Vorsitzender und stellvertretender Kommandant, Karl-Heinz Görres, begrüßte die Gesellschaften und Vereine. Sein besonderer Gruß galt Bürgermeister Haacks: "Ich freue mich, wenn ein Politiker zum Karneval steht. Karneval und Politik sind ja eng verbunden. Das sieht man jetzt wieder in Bonn. Hoffentlich bleibt ihr Gemeindeparlament von solchen Miseren verschont." Weiter begrüßte Karl-Heinz Görres den stellvertretenden Bürgermeister Düppenbecker, den Ehrenpräsidenten Karl Görres und Frl. Köster von der Schule. "Hoffentlich erziehen sie viele Kinder für die Idee des Karnevals."
Von den erschienenen Siebengebirgskarnevalsgesellschaften begrüßte Karl-Heinz Görres vor allem die Große Königswinterer und die Oberdollendorfer Küzengarde, die die Patenschaft über die "Blau-Weißen Funken" vor 15 Jahren übernommen hat. Schließlich galt ein ganz besonderer Gruß den drei Förderern der Gesellschaft, dem Major Horst Bosse, dem Obristwachtmeister Wilhelm Staffel und dem Kommandanten Rolf Spindler. Karl-Heinz Görres bezeichnete diese drei Männer als die "Drei-Könige" der Funken. "Das "Heilig" unterschlage ich, denn es steht mir nicht zu, euch heilig oder nicht heilig zu nennen." Für ihre Verdienste um den Ittenbacher Karneval überreichte Karl-Heinz Görres diesen drei Karnevalisten einen "Kölner Dukaten" als Dank für alles, was sie der Gesellschaft gegenüber geleistet haben.
Zu Beginn der Veranstaltung spielte der Musikzug der Funken unter der Leitung von Willi Halm den "Marsch Friedrich des Großen" und die "Parade der Kleinen Soldaten." Dann erklang, während die Gäste sich an einem Glas Sekt labten, der neue "Gardemarsch", der zugleich der Mariechentanz der "Blau-Weißen Funken" ist.
Für das leibliche Wohl wurde auch gesorgt. Es gab Erbsensuppe und Kölsch. Die "Eß- on Drinkkaat zom 18. November 1966" war humorvoll aufgezogen. So gab es für Gäste bis zu "150 Pond" Lebendgewicht drei Teller "Äzezupp", Gäste bis zu 200 Pond durften 2 Teller "Zupp" essen und für Schwergewichtler über "200 Pond jov et nur ene Teller Äzezupp". Nach der "Zupp jov et e Jlas jot Kölsch on noch e Kölsch on noch e Kölsch".
Nach der leiblichen Stärkung sprachen die anwesenden Gäste die Glückwünsche aus und überreichten Geschenke.
In der Laudatio schilderte Karl-Heinz Görres die 15jährige Geschichte der Ittenbacher Funken. "Nach sauren Jahren ist der Aufbau der Gesellschaft nunmehr abgeschlossen. Nach verschiedenen Sessionen gingen wir mit nur 50,- DM in die neue Session. In den ersten Jahren unseres Bestehens trugen wir selbstdekorierte Feuerwehruniformen. Dann folgten amerikanische Uniformen, die wir uns blau färbten." Nur durch Beitragsvorauszahlungen der Mitglieder konnten die Funken sich zeitweise ,über Wasser halten'. Erst unter dem Karnevalisten Bogdanski konnten die ersten Uniformen angeschafft werden. 1955 wurde das Fanfarenkorps gegründet.
Im Jahre 1958 wurde Karl Görres von Herrn Bogdanski abgelöst. Für seine Verdienste um den dörflichen Karneval wurde Karl Görres einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt. Erfolgreiche Jahre standen dann den Ittenbacher Funken bevor. 1959 traten die Funken in Düsseldorf auf. 1960 erfolgte eine "Machtergreifung". Der Elferrat wurde in "Generalstab" umbenannt. Unter dem Prinzen Willi Staffel traten die Funken in den Kölner Sartory-Sälen auf. Die Honnefer Gesellschaft "Halt Pool" ernannte die Ittenbacher Funken im Jahre 1962 zu ihrer Leibgarde, nachdem sie bereits 1960 Prinzengarde von Prinz Willi Staffel wurden. Dem Fanfarenkorps schloß sich 1963 eine eigene Blasmusik an. Im 14. Jahre ihres Bestehens konnten neue Funkenhelme angeschafft werden. Durch Erheben von den Sitzplätzen wurde der beiden Verstorbenen, Majar Franz Reifert und der Funkenmutter Marie Spindler gedacht.
Mit Fanfarenklängen und Blasmusik endete die Feierstunde."
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