Aufnahme: 1996
Primiz von Georg Fischer
Deutschlands jüngster Priester kommt aus Ittenbach.
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
In der Kirche Groß St. Martin in Köln wurde Georg Fischer mit 24 Jahren vom Erzbischof Kardinal Joachim Meisner zum Priester geweiht.
Am Sonntagmorgen feierte der junge Geistliche in seiner Heimatgemeinde in Ittenbach seine Primiz, den ersten eigenen Gottesdienst mit Eucharistiefeier in der Ittenbacher Pfarrkirche zur Schmerzhaften Mutter.
Georg Fischer wurde bei Saarbrücken geboren, kam aber mit seinen Eltern schon in jungen Jahren nach Ittenbach. Nach seiner Ittenbacher Jugendzeit mit Schulbesuch in der Klosterschule auf der Insel Nonnenwerth studierte er in Innsbruck katholische Theologie. Das Studium begann er mit 16 Jahren. Vom Beginn des Studiums bis zur Diakonatsweihe vergingen rekordverdächtige vier Jahre. Georg Fischer auf die Frage, warum er Priester werden wolle: „Das ist kein Beruf, sondern eine Berufung". Doch den entscheidenden Entschluß Priester zu werden, faßte er bei einem Schüleraustausch in den USA. Er bekam Kontakt zum „Deutschen Orden". Dann fand eine Begegnung mit Ordensschwestern auf dem Katholikentag 1990 in Berlin statt. Fischer wird dem Prior vorgestellt, besucht den Konvent in Frankfurt und tritt ein Jahr später in den Orden ein. Das war zwei Monate nach seinem Abitur. Vom Ordensoberen erhielt er nun auch die Sondererlaubnis, um schon mit 24 Jahren zum Priester geweiht zu werden. Er hätte sonst noch ein Jahr warten müssen.
Jetzt als Priester hat er keine Zeit mehr für den Eislauf. Den sieht er sich nur noch auf dem Bildschirm an. Aber in seiner Freizeit liest er gern theologische Werke, hört gerne Musik und liebt die Natur. Wenn er mal Urlaub macht, dann nach Jerusalem und in die USA.
Zu seiner Priesterweihe in Köln kam nicht nur eine Abordnung aus Ittenbach und natürlich vom Deutschen Orden, sondern auch die amerikanische Gastfamilie, bei der er während des Austauschjahres gewohnt hatte. Seit dem 1. Dezember 1995 war Georg Fischer Diakon in Sachsenhausen. Ab jetzt ist er dort im Auftrag des Deutschen Ordens Kaplan. Und eben weil er der jüngste Priester Deutschlands ist, interessierte sich der Westdeutsche Rundfunk Fernsehen für ihn und präsentierte ihn in der aktuellen Stunde. Für Radio Bonn/Rhein-Sieg war er die „Persönlichkeit der Woche".
Nach der Primizmesse in Ittenbach, die der Kirchenchor mit dem Vortrag der lateinischen Messe „missa antiqua" gesanglich verschönerte, fand auf dem Kirchvorplatz ein Empfang statt. Die Kirchenbesucher und die Vereine sprachen dem Neupriester die Glückwünsche aus. Unter den Gratulanten befand sich auch Bürgermeister Herbert Krämer. Das Geschenk der Gemeinde war eine Stola. Nachmittags fand eine Vesper statt, vorher und nachher erteilte er allen Kirchenbesuchern einzeln seinen Primizsegen.
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