Aufnahme: 1985

Bevölkerung nahm Abschied von Pfarrer Hambüchen

Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:

gst. Eine große Trauergemeinde, darunter auch die Spitzen von Rat und Verwaltung sowie Prälat Rudolf Peifer vom Kölner Generalvikariat, nahm Abschied von dem überaus beliebten Geistlichen Monsignore Heinrich Hambüchen, der im Alter von 87 Jahren nur kurze Zeit nach seinem Eintritt in den Ruhestand an einer schweren Krankheit verstarb. In Konzelebration mit den Geistlichen des gesamten Dekanates las der Nachfolger von Heinrich Hambüchen in Ittenbach, Pfarrer Udo-Maria Schiffers, das Exequienamt in der Wallfahrtskirche „Zur schmerzhaften Mutter". Nach dem Orgelvorspiel, der Fantasia c-Moll von Joh. Seb. Bach, sang die Choralschola zu Beginn des Gottesdienstes das „Requiem aeternam". Zu Ehren des verstorbenen Geistlichen verabschiedeten sich auch der Kirchenchor und der weltliche Männerchor mit Gesangsbeiträgen von ihrem Pfarrer, der fast 40 Jahre lang in Ittenbach wirkte.

Der einfache, schlichte Sarg, geschmückt mit einem Kreuz und der Stola des Priesters, war auf den Stufen zum Altar aufgebahrt worden. Nach dem Gottesdienst - die Fahnenabordnungen aller Ortsvereine umstanden den Altar - wurden die Totengebete durch den Dechant Franz Padberg gesprochen, der danach auch den Sarg einsegnete. Die Trauerpredigt hielt Prof. Dr. Bernhard Stasiewski, der ein religiöses Bild des Verstorbenen zeichnete. Die evangelische Pastorin Dorothee Demond würdigte die Verdienste Pfarrer Hambüchens auf dem Gebiet der Ökumene. Stets habe er sich für den gemeinsamen Glauben und den Gedanken der Ökumene eingesetzt. Als die Trauergäste die Kirche verließen und den Toten auf seinem letzten Weg begleiteten - Feuerwehrleute trugen den Sarg von der Kirche zum nahegelegenen Grab -, läuteten die Totenglocken und das Bläserkorps intonierte einen Choral.

Die Gebete am Grab sprach Pfarrer und Dechant Franz Padberg. Alle Fahnen senkten sich dann dreimal über der offenen Gruft und das Bläserkorps spielte den Choral „Über den Sternen“. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Karl-Heinz Tewes würdigte die Verdienste des verstorbenen Geistlichen. Er habe sein Amt im Glaubensdienst gesehen und sei stets erfüllt gewesen von der Sorge um die ihm anvertrauten Menschen. Pfarrer Hambüchen habe sich stets um die sozialen und körperlichen Nöte der Menschen gekümmert. So habe er unter Einsatz seines eigenen Lebens die totale Zerstörung Ittenbachs am Ende des Krieges verhindert. Tewes betonte in seiner Laudatio, dass Pfarrer Hambüchen 40 Jahre seit 1943 in der Gemeinde als Pfarrer tätig war. 1927 empfing er im Kölner Dom die Priesterweihe. In Ittenbach hat er sich nach dem Kriege um einen schnellen Wiederaufbau des Schulunterrichts bemüht. Mit den Schwestern vom „Kinde Jesu" aus Aachen sorgte er im Krieg für die Kranken und Verwundeten. Bereits 1947 errichtete er den Kindergarten. Gemeinsam mit Ittenbacher Bürgern kümmerte er sich um die Entstehung und Pflege des Soldatenfriedhofes.

In dem von ihm errichteten Pilgerheim St. Lukas fanden viele ältere Menschen ihre neue Heimat. Stets zeigte er eine aufgeschlossene Haltung für die Jugendarbeit. Die Pfadfinderschaft St. Georg wurde während seiner Amtszeit gegründet. Er sorgte sich aber auch um die Menschen in den Missions- und Entwicklungsländern. Mit großem Eifer pflegte er besonders den Kontakt zu der Patendiözese Palai in Indien. Bis ins hohe Alter war ihm kein Gottesdienst zu viel. Bekannt war Pfarrer Hambüchen auch als Traupriester. Von auswärtigen Pfarreien kamen viele Brautpaare, um sich in Ittenbach das Sakrament der Ehe zu spenden. Tewes erinnerte aber auch an das von Hambüchen geschaffene einzigartige Ordenstrachtenmuseum, das Zeugnis von der Frömmigkeit, Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft vieler Männer und Frauen aus den vergangenen Jahrhunderten bis zur Jetztzeit gibt. Für seine vielen Verdienste wurde Heinrich Hambüchen 1972 zum Geistlichen Rat ernannt, 1973 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1982 hat ihn der Heilige Vater zum Päpstlichen Hauskaplan mit dem Titel Monsignore berufen. Die Stadt Königswinter verlieh ihm anlässlich seines Diamantenen Priesterjubiläums den Ehrenring der Stadt.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 4 vom 24. 01.1985
Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt Weitere Informationen zu Pfarrer Hambüchen
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