Aufnahme: 1984
Friedhofskapelle eingeweiht
„Dieses Haus ist ein Haus der Trauer, des Schweigens und des Abschiednehmens, aber auch ein Haus der Hoffnung auf ein gewisses und gemeinsames Wiedersehen mit unseren Lieben im Jenseits", erklärte Bürgermeister Günter Hank bei seiner Rede anläßlich der Einweihung der neuen Friedhofskapelle in Ittenbach. Sie entstand auf Betreiben des CDU-Ratskollegen Peter Jungbluth, betonte Hank. Im übrigen habe der Rat der nunmehr 15-jährigen Stadt "Königswinter immer die Auffassung vertreten: Keine Zentralfriedhöfe, sondern ortsnahe Friedhofsstätten. Diesem Grundsatz sei man treu geblieben. Um eben diese Friedhöfe zu erhalten, habe die Stadt in diesen 15 Jahren bisher 3,6 Millionen Mark verausgabt. Daher auch die nicht gerade billigen Friedhofsgebühren, die aber nicht höher seien als in anderen vergleichbaren Städten. Hank und auch Pfarrer Udo-Maria Schiffers wiesen in ihren Ansprachen auf die Stiftung Ittenbacher Bürger hin, durch die das große Buntglasfenster ermöglicht wurde. Ittenbacher Bürger stifteten insgesamt 14.500 Mark, entwarfen das Fenster und stellten es auch her. Es zeigt den Lebensbaum. Die kirchlichen Weihegebete sprachen Pfarrer Peter Hintze und Pfarrer Udo-Maria Schiffers von den beiden Konfessionen.
Die neue Kapelle entstand auf einem Geländeteil auf dem keine Bestattungen möglich sein. Wegen der für den Neubau sehr beengten Grundstücksverhältnisse und im Hinblick auf eine Friedhofserweiterung wurde mit den Schwestern Zum Zeugnis der Liebe Christi wegen Überlassung des angrenzenden Grundstückes verhandelt. Im Frühjahr 1983 wurde ein Grundstückstausch vorgenommen, der die Friedhofserweiterung ermöglichte. Gleichzeitig wurde mit dem Bau der Friedhofskapelle begonnen. Der Fußboden der Feierhalle erhielt die gleichen Platten wie der Hof. Ende 1983 war die Halle bis auf den Boden fertiggestellt, doch konnten die restlichen Mittel für den Innenausbau und die Außenanlagen erst 1984 zur Verfügung gestellt werden, so daß erst jetzt die Maßnahme fertiggestellt werden konnte. Gleichzeitig wurde die Friedhofserweiterung auf dem neuerworbenen Teil realisiert.
Die bebaute Fläche beträgt 193 Quadratmeter, die Nutzfläche 167 Quadratmeter und der umbaute Raum 844 Kubikmeter. Die Baukosten lagen bei etwa 390.000 Mark. Neben dem Feierraum wurden zwei Leichenkammern, ein Aufenthaltsraum für den Friedhofswärter und die sanitären Einrichtungen, auch für Behinderte, geschaffen. Bei der Gestaltung des Gebäudes wurde bewußt von der sonstigen Gepflogenheit, als Aussegnungshalle einen geraden, ungestalteten Raum zu schaffen, abgewichen. Der für die Friedhofshalle zu gestaltende Feierraum ist als Zentralraum in kreuzförmigem Grundriß mit zusätzlichem Lichteinfall von oben konzipiert. Da- durch wird in sinnfälliger Weise für die die Kapelle benutzende christliche Lebensgemeinschaft das Symbol der Christenheit baulich umgesetzt und damit räumlich nachvollziehbar. Die vier, in Kreuzform zugeordneten tragenden Holzpfeiler gipfeln über der Holzkuppel in einem rahmenlosen Glasprisma, das mit minimaler Sichtverstellung den Blick zum freien Himmel gestattet, zu welchem Menschen aufblicken, wenn von Gott die Rede ist, betonte der Pfarrer in seiner Predigt. Das Glasprisma auf dem Dach wirkt als Turm und weist somit auf den kirchlichen Verwendungszweck des Gebäudes hin.
Bildunterschrift: Die Geistlichen segnen die Friedhofskapelle.
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