Aufnahme: 1977
Pfarrer Hambüchen 80 Jahre alt
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
"In Ittenbach schuf er sein Lebenswerk"
Er schuf die Wallfahrt zur schmerzhaften Mutter von Ittenbach: Pfarrer Heinrich Hambüchen. Ittenbachs Pfarrherr wird am 21. August 80 Jahre alt. Am 21. August 1897 wurde er in Krefeld als 13. und jüngstes Kind einer Kaufmannsfamilie geboren. Theologie studierte er in Bonn. 1922 wurde er in Köln zum Priester geweiht. In seiner Kaplanszeit kümmerte er sich besonders um die Jugend. Er rief die ersten Bildungsabende ins Leben. So geht auch auf seine Initiative das katholische Männerwerk der Erzdiözese Köln im Ittenbacher Marienhof zurück. 1943 kam er als Pfarrer nach Ittenbach, nachdem er zuvor in der Kölner Kupfergasse das Gnadenbild vor der Zerstörung gerettet hatte. Die Verehrung der Gottesmutter wurde denn auch zum eigentlichen Seelsorgeprogramm des neuen Pfarrers von Ittenbach. Das Ittenbacher Gnadenbild stammt von einer Schwester des Pfarrers Heinrich Hambüchen. Er war es denn auch, der die Ittenbacher Kirche künstlerisch ausstattete. 1974 gründete er einen Kindergarten.
Die Wallfahrt zur schmerzhaften Mutter verband er mit dem Soldatenfriedhof. Von seinen 55 Priesterjahren wirkte er allein 34 Jahre in Ittenbach. Hier gründete er auch ein neuartiges Museum: Mit Schwesterntrachten aus aller Welt. An einen Ruhestand denkt Pfarrer Hambüchen noch nicht. Er hat Freunde in aller Welt. So führten ihn Reisen bereits nach Indien, Australien, Ceylon, Thailand, Israel, Kolumbien, Hongkong und Spanien. Pfarrer Hambüchen war es auch, der 1945 den Ort Ittenbach vor der Zerstörung rettete. Er beschwor den deutschen Oberst, Vernunft anzunehmen und sich zu ergeben. Dies gelang ihm allerdings erst in letzter Minute. Hambüchen eilte mit der weißen Fahne den Amerikanern entgegen und rettete somit Ittenbach vor der Zerstörung. Zehn Minuten später wäre Ittenbach verloren gewesen. Von der Kanzel verkündete er nach der Zeit des Durcheinanders, wer sich an fremdem Eigentum vergreife, versündige sich.
Viele bekamen dadurch Hab und Gut zurück. Die Schule war nach dem Krieg zerstört. Pfarrer Hambüchen stellte ein kircheneigenes Haus für den Unterricht zur Verfügung. In diesem Hause wohnten evakuierte Schwestern vom Kinde Jesu aus Aachen, deren Mutterhaus ebenfalls zerstört worden war. Sie blieben bis 1952 in Ittenbach. Die Schwestern halfen beim Unterricht und in der Kinder- und Krankenbetreuung. Auch die Gründung des Fremdenverkehrsvereins ist der Initiative des Pfarrers zu verdanken. Er gab die Anregung dazu. Als in Ittenbach der gemietete Sportplatz gekündigt wurde, gab der Pfarrer kircheneigenen Grund ab, damit die Jugend schnell wieder zu einem Sportplatz kam. Auf kircheneigenem Grund wurden unter der Leitung des Erzbischöflichen Rates 30 Familienheime erstellt, besonders für Kinderreiche und Flüchtlinge.
In der Ittenbacher Schul-Chronik hat Lehrer Adolf Sawinksi zum 11. Juli 1943 eingetragen:
"Nachdem Pfarrer Felten aus Gesundheitsrücksichten versetzt worden war, wurde heute der neue Pfarrer Hambüchen eingeführt. Der Hochw. Herr kommt von der Kirche in der Kupfergasse in Köln, die bei einem Bombenangriff vollständig ausbrannte."
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